Haut einer Frau

Newsletter Spezial / Teil 1: Das 1 x 1 der Hautkunde

Die Haut ist unser größtes Organ. Sie schützt uns vor Wind und Wetter. Auch krankmachende Keime kann sie abwehren. Lassen Sie uns Ihre Haut einmal näher betrachten und erkunden, warum der natürliche Schutzmantel so wichtig für Sie ist.

 

Ihre Haut besteht aus drei verschiedenen Schichten:

 

  • der Epidermis, auch Oberhaut genannt,
  • der Dermis, auch Lederhaut genannt,
  • der Subcutis, auch Unterhaut genannt.

 

Epidermis: Ihr Schutzschild gegen äußere Einflüsse

 

Würden Sie Ihren Teint als rosig und zart beschreiben oder eher als schuppig und fahl? Für das Aussehen Ihrer Haut ist die Oberhaut verantwortlich. Dabei spielen die Hornzellen eine wichtige Rolle. Sie sorgen gemeinsam mit Eiweißen und Fettstoffen dafür, dass Ihre Haut vor äußeren Einflüssen geschützt wird. Mikroorganismen und Reizstoffe werden davon abgehalten, in Ihren Körper zu gelangen. Voraussetzung dafür ist eine gesunde Hautbarriere. Bei Neurodermitikern oder Menschen mit trockener und zu Ekzemen neigender Haut hat der Schutzwall eine Schwachstelle, die unbedingt regelmäßig ausgebessert werden muss. 

GUT ZU WISSEN!

Wenn Ihr Körper nicht mit Haut bedeckt wäre, würden Sie täglich 12 Liter Flüssigkeit durch Verdunstungsprozesse verlieren.

Kleistern Sie die Lücken in der Hautbarriere zu!

 

Was sich zunächst etwas ungeschickt formuliert anhört, wird aber am ehesten den physiologischen Gegebenheiten gerecht. Stellen Sie sich Ihre Haut wie einen Kachelboden vor. Die Kacheln sind die Hornzellen. Auch hier müssen die Fugen abgedichtet werden und das gelingt mit der körpereigenen Fugenmasse, die aus Ceramiden, freien Fettsäuren und Cholesterin besteht. Sie schließt die Lücken und dichtet alles so weit ab, damit weder schädliche Substanzen eindringen, noch Flüssigkeit entweichen kann. Ceramide haben eine besondere Bedeutung, denn sie halten Ihre Haut geschmeidig. In jungen Jahren produzieren Sie eine ausreichende Menge davon. Die natürliche Herstellung nimmt aber mit dem Alter ab und so wird Ihre Schutzmauer immer angreifbarer. Das kann sich in Allergien, Reizungen und ersten Fältchen zeigen. Wenn Sie Ihrem Schutzmantel die richtige Aufmerksamkeit schenken, gelingt es Ihnen, die Hautflora intakt zu halten. Diese ist in der Lage, die Produktion von Ceramiden anzukurbeln.

GUT ZU WISSEN!

Auch angereicherte Cremes mit Phytosphingosin können dem Ceramidmangel vorbeugen.

Neue Hornzellen schlüpfen ständig nach

 

In Ihrer Haut finden täglich erstaunliche Regenerationsprozesse statt. Etwa 10 Millionen Hornzellen werden jeden Tag von Ihrem Körper abgestoßen. Die Produktion neuer Exemplare ist aber schon längst im Gange. So wird sichergestellt, dass immer eine neue Schicht Hornzellen parat steht. Der Lebenszyklus dieser Zellen ist auf etwa 28 Tage begrenzt. Das ist die Zeit, die die Hornzelle braucht, bis sie vom Entstehungsort bis an die Hautoberfläche gedrängt wird. Sie wundern sich, dass Ihre Bräune nach einigen Wochen verblasst? Dafür sind genau diese Regenerationsprozesse verantwortlich. Da sich das Hautpigment in der oberen Hautschicht befindet, wird es durch den regelmäßigen Erneuerungsprozess einfach abgestoßen – Ihre Haut erscheint dadurch wieder blasser. Im Alter verlangsamen sich die Regenerationsvorgänge in der Haut. Dadurch kann sie blass und grau wirken.

GUT ZU WISSEN!

Wirkstoffe aus Kosmetikprodukten lagern sich in der Regel in der obersten Hautschicht ein. Das hat zur Folge, dass sie im Rahmen des Hornzellenwechsels ausgestoßen werden. Deshalb ist es wichtig, der Haut regelmäßig pflegende Substanzen zuzuführen.

Glänzen Sie wie ein Regenbogenfisch

 

Erinnern Sie sich an die Geschichte von dem Regenbogenfisch? Er hatte glänzende Schuppen, die ihm zu einer ganz besonderen Schönheit verhalfen. Ähnlich ist es mit den Hornzellen. Die oberste Schicht reflektiert das Licht und sorgt dafür, dass ein natürlicher Glanz entsteht. Damit ist nicht so ein fettiger, öliger Glanz gemeint, sondern das, was in Beautykreisen als „Glow“ bezeichnet wird. Viel wichtiger als eine faltenfreie Haut ist nämlich das natürliche Strahlen, das eine gesunde Haut besitzt. Besonders schön strahlen Sie, wenn die Hornzellen in Ihrer Haut eng aneinander liegen. Hyaluronsäure, Ceramide und körpereigene Milchsäuren unterstützen den Glow und verleihen Ihnen eine jugendliche Ausstrahlung. Mit Peelings, die auf Fruchtsäure setzen oder Produkten mit Retinol sowie Vitamin C können Sie dem Strahleeffekt nachhelfen.

GUT ZU WISSEN!

Ihre Haut produziert mithilfe von Talgdrüsen täglich etwa 2 g Sebum. Die körpereigene Creme setzt sich aus verschiedenen Fetten zusammen und schützt die Hautbarriere vor Feuchtigkeit. Beim Duschen tragen wir einen großen Teil des Sebums allerdings wieder ab.

Dermis: der Pudding unter der Oberfläche

 

Die Lederhaut, auch Dermis genannt, befindet sich zwischen der Ober- und Unterhaut. Sie ist mit der Oberhaut fest verbunden. Diese Hautschicht können Sie sich wie einen Vanillepudding vorstellen. Zu den festen Bestandteilen zählen Fasern und Zellen. Die kollagenen Fasern geben der Haut ihre Reißfestigkeit und sorgen für Elastizität. Nur so kann sich die Haut ausdehnen und zurückbilden, zum Beispiel in der Schwangerschaft. Die Lücken werden mit dem „Vanillepudding“ aufgefüllt, der für die Wasserspeicherung zuständig ist. Hyaluronsäure spielt dabei eine große Rolle. Je straffer sich Ihr Netz aus Fasern darstellt, desto weniger Falten und Cellulite besitzen Sie. Das perfekte Team sind dabei die elastischen und die kollagenen Fasern. Während sich die elastischen Fasern wie ein Gummiband ausdehnen lassen, sind die kollagenen Fasern relativ starr. Gemeinsam arbeiten sie daran, dass Ihre Haut möglichst straff aber trotzdem anpassungsfähig bleibt. Um die Lederhaut gesund zu halten, ist eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung ganz wichtig. Sie profitiert am meisten von Vitamin C und kupferhaltigen Lebensmitteln.

GUT ZU WISSEN!

In der Lederhaut befinden sich auch Talg- und Schweißdrüsen, Blut- und Lymphgefäße, Haarfollikel, Nerven, Zellen der Immunabwehr und Druckrezeptoren für den Tastsinn.

Schwitzende Haut

Die Drüsen der Lederhaut: Schweiß marsch!

 

Die Lederhaut besitzt nicht nur Drüsen, die den körpereigenen Talg produzieren, sondern auch jene, die sich um den Schweiß kümmern. Sicherlich haben auch Sie diese Drüsen schon einmal verflucht. Sie übernehmen allerdings eine wichtige Aufgabe, da sie Ihren Körper vor Überhitzung bewahren. Die Schweißdrüsen befinden sich in der Lederhaut und sind ungleichmäßig über Ihren gesamten Körper verteilt. Ein Großteil der Schweißdrüsen kann an den Flächen der Hände und Füße lokalisiert werden. Natürlich befinden sich auch besonders viele von ihnen in den Achselhöhlen. Am wenigsten schwitzen wir am Gesäß, am Rücken oder im Nacken, da sich dort wesentlich weniger Drüsen befinden. 

GUT ZU WISSEN!

An normalen Tagen verlieren Sie etwa 6 Liter Schweiß pro Tag. Dieser besteht hauptsächlich aus Wasser. Einen kleinen Teil machen Kochsalz, Harnstoff und Ammoniak aus.

Subcutis: Hier haben Fettzellen das Sagen

 

Die letzte Hautschicht setzt sich aus Binde- und Fettgewebe zusammen. An dieser Stelle wird die Haut mit den darunterliegenden Strukturen verknüpft. In der Unterhaut haben Fettzellen die Oberhand. Je nachdem wie Sie sich ernähren, besitzen Sie unterschiedlich große Fetttropfen. Die Unterhaut ist mit geschlossenen Bindegewebskammern ausgestattet, in denen sich Fettzellen befinden. Das benötigte Fett wird entweder aus dem Blut gewonnen oder mithilfe von Kohlenhydraten innerhalb der Zelle produziert. Wie viel Fett das Gewebe Ihrer Unterhaut eingelagert hat, ist von Ihrer Konstitution, Ihrem Geschlecht und Ihrem hormonellen Status abhängig. Die Hauptaufgabengebiete der Unterhaut sind die Energiespeicherung und die Wärmeisolation. Darüber hinaus sorgt sie dafür, dass Ihre Haut verschiebbar ist. 

GUT ZU WISSEN!

Leiden Sie unter Ödemen? Die krankhaften Wasseransammlungen bilden sich genau in dieser Schicht.

Die Unterhaut und ihre starken Wurzeln

 

Die Unterhaut zeigt enge Verflechtungen mit den darüber und darunterliegenden Hautschichten. Mit Bindegewebezügen ist sie beispielsweise mit den Faszien, der Knochenhaut oder den Sehnen verbunden. Besonders gut können Sie das an der sogenannten Kopfschwarte beobachten. Dabei handelt es sich um ein einheitliches und nicht verschiebbares Körpergebilde. An manchen Stellen in Ihrem Körper, die besonders oft mit Knochenstrukturen in Kontakt kommen, bildet Ihre Unterhaut Schleimbeutel aus. Beispiele dafür sind die Knie oder Ellbogen. 

GUT ZU WISSEN!

In der Unterhaut befinden sich auch Blutgefäße, Haarwurzeln, Drüsen, glatte Muskelzellen, Nerven und Lamellenkörperchen.

Von Gänsehaut und anderen Kuriositäten

 

Wenn Sie an Ihre Haut denken, fällt Ihnen bestimmt als Erstes die Schutzfunktion ein. Tatsächlich kann Ihre Haut aber noch viel mehr. Sie ist beispielsweise in der Lage Antikörper zu bilden. Wenn Ihr körpereigenes Abwehrsystem von den Langerhans-Zellen der Oberhaut das Signal bekommt, pumpt Ihr Organismus Blut und Lymphe in die entsprechenden Hautregionen. Dadurch entstehen verschiedene Hautreaktionen wie Schwellungen, Rötungen, Quaddeln und Ausschlag. Damit reagiert Ihre Haut auf Infektionskrankheiten und Impfungen.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Sie Gänsehaut bekommen? Physiologisch ist der Vorgang ganz einfach zu erklären. Wenn sich Ihre Haarbalgmuskeln zusammenziehen, wölbt sich Ihre Haut infolgedessen und richtet die feinen Härchen auf. Dadurch soll verhindert werden, dass Ihr Körper zu viel Wärme abgibt. Wenn sich die Gefäße wiederum erweitern, wird einem Wärmestau im Körper entgegengewirkt. 

 

Zugabe! Das kann Ihre Haut sonst noch

 

Ihre Haut hat noch mehr Überraschungen auf Lager. Sie kann – wenn auch nur zu einem kleinen Teil – Substanzen nach außen befördern, die sonst über die Nieren eliminiert werden. 

Ein ganz wichtiges Thema, vor allem im Herbst und Winter ist Vitamin D. In der Epidermis wird unter Einfluss von Sonnenlicht Vitamin D hergestellt. Dieses ist wiederum wichtig, um den Kalzium- und Phosphat-Haushalt aufrechtzuhalten. Das kommt insbesondere Ihren Knochen und Zähnen zugute.

GUT ZU WISSEN!

Die Haut ist eines Ihrer wichtigsten Sinnesorgane. Sie reagiert auf Temperatur, Druck und Schmerz mithilfe von entsprechenden Rezeptoren.

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