Gürtelrose Impfung

Gürtelrose: Mit einer Impfung können Sie vorbeugen

Sowohl bei Windpocken als auch bei Gürtelrose heißt der Übeltäter Varicella-zoster-Virus (VZV). Dabei gibt es eine Besonderheit: Nur wenn Sie schon einmal Windpocken in Ihrem Leben hatten, können Sie an einer Gürtelrose erkranken.

Gerade ältere Menschen können unter den schmerzhaften Bläschen leiden. Deshalb wird bestimmten Personengruppen eine gezielte Impfung empfohlen.

Wir verraten, was den Varicella-zoster-Virus so heimtückisch macht, woran Sie eine Gürtelrose erkennen und wann eine Impfung sinnvoll ist.

Der Virus schlummert im Körper

Eine Gürtelrose kann nur dann entstehen, wenn Sie in Ihrem Leben bereits eine Windpockenerkrankung durchgemacht haben. Nach der Infektion verbleiben die krankmachenden Varizella-Zoster-Viren in Ihrem Körper.

Dort können sie viele Jahre lang schlummern, bis sie wieder aktiv werden und eine Gürtelrose verursachen. Allerdings erkrankt nicht jeder Mensch daran automatisch, der bereits Bekanntschaft mit Windpocken gemacht hat.

Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 2 von 10 Personen, die früher Windpocken hatten, im Laufe ihres Lebens eine Gürtelrose entwickeln. Jährlich betrifft das etwa 300.000 Menschen in Deutschland.

Je älter Sie sind, desto wahrscheinlicher ist eine Erkrankung. Das liegt daran, dass mit dem Alter das Immunsystem schwächer wird.

GUT ZU WISSEN!

Ein großer Anteil der über 50-jährigen erkrankte bereits in Kindertagen an Windpocken. Etwa 99,5 % von ihnen sind Vermutungen zufolge mit dem Varizella-Zoster-Virus infiziert und können demnach an einer Gürtelrose erkranken.

Unterschied zwischen Gürtelrose und Windpocken

Windpocken Gürtelrose Infografik

Symptom-Check: Haben Sie eine Gürtelrose?

Eine Gürtelrose kann sich bereits vor dem typischen Hautausschlag bemerkbar machen. So können Sie sich im Vorfeld müde und abgeschlagen fühlen. Auch leichtes Fieber und Hautkribbeln kann sich zu den ersten Symptomen gesellen.

Erst 2-3 Tage nach einer Infektion treten die typischen Symptome und Beschwerden auf:

  • ein brennender bzw. stechender Schmerz im betroffenen Körperareal
  • leichte Hautrötungen, in denen kleine Knötchen sichtbar werden
  • im weiteren Verlauf juckende Bläschen
Gürtelrose Bilder
Hautausschlag bei Gürtelrose, typischerweise nur einseitig

Diese Symptome zeigen sich im ersten Stadium, das etwa 5 Tage anhält. Im Anschluss trocknen die Bläschen über einen Zeitraum von 2-10 Tagen aus. Dann bemerken Sie gelbliche Krusten im betroffenen Gebiet.

Die Gürtelrose hat ihren Namen aus einem bestimmten Grund. Der Ausschlag, der sich auf dem Rumpf bemerkbar macht, zieht sich streifenförmig um den Lenden- oder Brustbereich und sieht aus wie ein Gürtel.

Grundsätzlich kann der Hautausschlag aber überall auf dem Körper auftreten. So können auch die Arme, der Kopf und das Gesicht betroffen sein. Seltener zeigt sich eine Gürtelrose an den Ohren oder Augen.

Gürtelrose: Diagnose

Die Diagnose einer Gürtelrose gestaltet sich nicht immer einfach. Schließlich können die Schmerzen bereits vor den typischen Hautveränderungen auftreten. Mediziner können daher zunächst annehmen, dass die Schmerzen von einer Blinddarm- oder Gallenblasenentzündung herrühren. Auch ein Bandscheibenvorfall steht nicht selten im Verdacht.

Der im weiteren Verlauf auftretende Hautausschlag wird fälschlicherweise von vielen Patienten mit einem Ekzem verwechselt. Daher wird der Arztbesuch erst verspätet angetreten.

Für die Diagnose ist der Hautausschlag mit seiner einseitigen streifenförmigen Ausprägung zielführend. Für Ärzte sind die zugehörigen Schmerzen oder Empfindungsstörungen ebenfalls ein wichtiger Hinweis.

Besteht weiterhin Unsicherheit, kann die Bläschenflüssigkeit auf Viren untersucht werden. Auch eine Blutuntersuchung kann sinnvoll sein, um festzustellen, ob sich darin vermehrt Antikörper gegen das Varizella-Zoster-Virus befinden.

GUT ZU WISSEN!

Wenn Sie einen Hautausschlag bemerken, den Sie nicht zuordnen können, sollten Sie auf Nummer sichergehen. Statten Sie Ihrem Hausarzt einen Besuch ab und lassen Sie überprüfen, ob Sie womöglich eine Gürtelrose haben.

Erwähnen Sie unbedingt begleitende Beschwerden wie Fieber, Müdigkeit, Schmerzen und Empfindungsstörungen. Sie können wichtige Hinweise auf eine mögliche Erkrankung liefern.

Zusammenfassung

 

Sie können nur dann eine Gürtelrose entwickeln, wenn Sie in Ihrem Leben bereits eine Windpockenerkrankung durchgemacht haben. Eine Gürtelrose entsteht dann, wenn der Varizella-Zoster-Virus, mit dem sie sich vor der Windpockenerkrankung infiziert haben, reaktiviert wird.

Im Gegensatz zu Windpocken können Sie mehrmals an Gürtelrose erkranken. Bereits im Vorfeld können sich Symptome wie Abgeschlagenheit und Fieber zeigen. Im weiteren Verlauf bilden sich die typischen Hautrötungen mit Knötchen aus, die sich später zu Bläschen weiterentwickeln.

Eine Gürtelrose ist so lange ansteckend, bis die Bläschen vollständig abgeheilt sind. Die Ansteckung wird durch den Kontakt mit der virenhaltigen Flüssigkeit der Bläschen ermöglicht.

Gürtelrose: Behandlung

Bei einer Gürtelrose werden vor allem die Symptome behandelt. Mit schmerzlindernden und fiebersenkenden Arzneimitteln wie Paracetamol können Sie sich Linderung verschaffen.

Leiden Sie unter starken (Nerven-) Schmerzen, können auch verschreibungspflichtige Präparate wie Opioide verordnet werden.

Sowohl bei Windpocken als auch bei Gürtelrose ist eine penible Hautpflege sinnvoll. Mit speziellen Lotionen, Gelen oder auch Puder können die Bläschen ausgetrocknet und der Juckreiz gestillt werden.

Unter Umständen können auch kühlende, feuchte Umschläge dabei helfen, die Bläschen zu behandeln.

Es gibt spezielle Medikamente, die gegen das Herpes-Zoster-Virus eingesetzt werden können. Die sogenannten Virustatika werden aber nur bei bestimmten Personengruppen empfohlen.

Dazu zählen:

  • Menschen, die 50 Jahre oder älter sind
  • Personen mit einer Gürtelrose im Kopf-Hals-Bereich
  • Patienten mit einem schwachen Immunsystem oder einer Nierenschwäche
  • Erkrankte, bei denen sich ein schwerer Verlauf oder ein hohes Komplikationsrisiko abzeichnet

Allerdings ist bei der antiviralen Therapie Schnelligkeit gefordert. Die entsprechende Therapie sollte im besten Fall innerhalb von drei Tagen, nach Auftreten des Hautausschlags, eingeleitet werden.

Damit besteht die Möglichkeit, die Heilung zu beschleunigen und die Schmerzdauer zu verkürzen.

GUT ZU WISSEN!

Kratzen verboten! Die Bläschen, die bei der Gürtelrose auftreten, können zu starkem Juckreiz führen. Trotzdem sollten Sie es vermeiden, die Bläschen aufzukratzen. Zum einen riskieren Sie so, die ansteckende Bläschenflüssigkeit zu verteilen und zum anderen können sich dadurch Narben bilden.

Um andere Menschen zu schützen, sollten Sie körperlichen Kontakt mit anderen Personen meiden, und zwar so lange, bis alle Bläschen komplett ausgeheilt sind.

Ein leichter Verband kann die Ansteckungsgefahr zusätzlich minimieren.

Was passiert, wenn eine Gürtelrose nicht behandelt wird?

Wie bereits erwähnt, kann es durch das Aufkratzen von Bläschen zu Narben kommen. Zudem kann sich die Haut entzünden.

Eine Gürtelrose kann auch zu Pigmentstörungen führen. Dabei stellen sich die betroffenen Areale entweder blasser oder dunkler als die übrige Haut dar.

Folgenreich kann es werden, wenn die Gürtelrose im Gesicht auftritt. Wenn die Viren das Auge in Mitleidenschaft ziehen, kann eine Hornhautentzündung entstehen. Selbst Lähmungen im Gesicht und eine Verminderung der Hörleistung sind möglich.

Die Hör- und Gesichtsnerven erholen sich aber in der Regel, sobald die Erkrankung überstanden ist.

Ca. 10-20 % aller Gürtelrose-Patienten leiden im Anschluss an die Erkrankung immer noch unter erheblichen Schmerzen. Mediziner bezeichnen dieses Phänomen als „Post-Zoster-Neuralgie“ oder „postherpetische Neuralgie“.

Gürtelrose Symptome

Dieser Zustand kann Wochen, Monate oder Jahre andauern und ist für die Betroffenen sehr belastend. Auch hierbei ist das Lebensalter ein wichtiger Faktor. Das Risiko einer Post-Zoster-Neuralgie steigt mit dem Alter stark an.

Während bei den 55-jährigen durchschnittlich 27 Prozent betroffen sind, leiden knapp die Hälfte aller über 60-jährigen nach der Gürtelrose unter den hartnäckigen Schmerzen.

Die brennenden oder bohrenden Schmerzen können Ihren Alltag stark einschränken. Auch wenn Schmerztherapie nicht die Ursache der postherpetischen Neuralgie beheben kann, so kann sie doch helfen, mit den Beschwerden umzugehen.

GUT ZU WISSEN!

Sie haben ein geschwächtes Immunsystem? Dann ist das Risiko für schwere Komplikationen bei einer Gürtelrose erhöht.

Gefürchtete Begleiterscheinungen einer Gürtelrose sind Lungen-, Leber- oder Hirnhautentzündungen.

Gürtelrose: Wann eine Impfung für Sie sinnvoll ist

Um die Entstehung einer Gürtelrose und postherpetischen Neuralgie zu verhindern, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) folgenden Personengruppen die Impfung gegen Gürtelrose:

  • Menschen ab 60 Jahren
  • Personen mit einem schwachen Immunsystem, beispielsweise infolge einer Krankheit, nach Transplantationen oder durch die Einnahme immunsuppressiver Medikamente
  • Patienten ab 50 Jahren mit einer schweren Grunderkrankung wie COPD, rheumatoide Arthritis oder systemischem Lupus erythematodes

Die Impfung konnte in Untersuchungen überzeugen. So waren 92 % der Geimpften innerhalb von vier Jahren nicht an Gürtelrose erkrankt. 82 % konnten vor den lang anhaltenden Nervenschmerzen bewahrt werden, die infolge einer Gürtelrose auftreten können.

Der Totimpfstoff wird erwachsenen Personen ab 50 Jahren zweimal verabreicht. Zwischen den Impfungen sollten mindestens zwei aber maximal sechs Monate liegen.

GUT ZU WISSEN!

Die Impfung gegen Gürtelrose zählt seit Mai 2019 zu den Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Somit wird die Impfung von Ihrer Krankenkasse übernommen, sofern Sie älter als 60 Jahre sind oder einer Risikogruppe angehören.

Private Krankenversicherungen übernehmen in der Regel ebenfalls die Kosten für die Impfung. Achtung: Die Kostenübernahme bezieht sich nur auf den Totimpfstoff, der von der STIKO empfohlen wird. Darunter fällt nicht der Lebendimpfstoff, der ebenfalls erhältlich ist.

Fazit

 

Jeder, der bereits in seinem Leben an Windpocken erkrankt ist, kann eine Gürtelrose entwickeln. Schätzungen zufolge leiden jedes Jahr 300.000 Menschen hierzulande an den Beschwerden der Erkrankung.

Vorboten der Krankheit können Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Schmerzen und leichtes Fieber sein. Danach zeigt sich der klassische Hautausschlag, der häufig mit einem Ekzem verwechselt wird.

Erst im weiteren Verlauf bilden sich die typischen Bläschen, die die ansteckende Virusflüssigkeit enthalten.

Während Windpocken vor allem im Kindesalter auftreten, sind insbesondere Menschen über 50 von der Gürtelrose betroffen.

Bei ihnen kann sich teilweise ein schwerer Krankheitsverlauf entwickeln, bei dem es zu Lungen- oder Hirnhautentzündungen kommen kann.

Wie auch bei Windpocken ist bei der Gürtelrose eine sorgfältige Hautpflege sinnvoll. Mit speziellen Cremes, Lotionen und Puder kann der Juckreiz gelindert werden.

Gegen leichte bis mäßige Schmerzen helfen apothekenpflichtige Schmerzmittel, bei starken Nervenschmerzen kann der Arzt Ihnen Opioide verschreiben.

Bei Gürtelrose ist es besonders wichtig, die Bläschen nicht aufzukratzen, um die ansteckende Flüssigkeit nicht unnötig zu verteilen und um keine Narbenbildung zu riskieren. Erfahrungsberichten zufolge können auch feuchte, kühle Umschläge in dem Krankheitsstadium helfen.

Eine besonders gefürchtete Komplikation der Gürtelrose ist die sogenannte Post-Zoster-Neuralgie. Dabei können Sie auch noch Jahre nach Abheilen der Bläschen unter den Schmerzen leiden.

Damit Menschen erst gar nicht an Gürtelrose erkranken und das Risiko für eine Zoster-Neuralgie vermindert wird, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) besonderen Personengruppen eine Impfung gegen Gürtelrose.

Dazu zählen alle Menschen ab 60 Jahren oder Personen, die eine schwere Grunderkrankung oder ein schwaches Immunsystem haben. Die 2-malige Gabe des Totimpfstoffes wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Quellen:

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