Weichteilrheuma Fibromyalgie

Weichteilrheuma – die unterschätzte Krankheit

Menschen mit Weichteilrheuma haben mit vielen Vorurteilen zu kämpfen und werden auch vonseiten der Ärzte nicht immer ernst genommen. Dabei ist die Erkrankung keine Einbildung, sondern belastet das Leben von Patienten stark.

Die Leitsymptome der Erkrankung sind Muskelschmerzen und Druckempfindlichkeit. Die Beschwerden bestimmen den Alltag von Betroffenen und machen häufig Schmerzmedikamente nötig.

Wir verraten Ihnen, welche Beschwerden auf Weichteilrheumatismus hinweisen und welche Behandlungsoptionen Ihnen zur Verfügung stehen.

Achtung Verwechslungsgefahr: Weichteilrheuma und Fibromyalgie

Der Begriff Fibromyalgie wird häufig als Synonym für Weichteilrheumatismus genutzt.

Tatsächlich ist Fibromyalgie aber eher als Unterform des Weichteilrheumas zu betrachten. Fibromyalgie zeichnet sich durch einen chronischen Verlauf und spezifische Beschwerden an den Druckpunkten aus.

Was ist Weichteilrheuma?

Mediziner verstehen Weichteilrheuma als eine Art Oberbegriff. Die Funktionsstörungen können in verschiedene Unterformen eingeordnet werden.

Weichteilrheumatismus im Fettgewebe

Hierbei handelt es sich um das häufigste Krankheitsbild in Bezug auf das Fettgewebe. Besonders betroffen sind Frauen, die zu viele Pfunde auf die Waage bringen und die Wechseljahre bereits erreicht oder durchlaufen haben.

Diese Unterform wird als Pannikulose bezeichnet. Patienten geben an, dass sich das Unterhautfettgewebe besonders druckempfindlich darstellt. Darüber befindet sich eine besonders großporige Haut, die auch Orangenhaut genannt wird.

Als betroffene Stellen werden vor allem der seitliche Bereich der Hüfte, die Knieinnenseite und die Schulteraußenseite angeführt.

Auch wenn es keine gezielten Therapieansätze gibt, können Bürstenmassagen und Wechselduschen sowie ausreichend Bewegung zur Beschwerdebesserung beitragen. Bei ausgeprägten Schmerzen können auch Lokalanästhetika verabreicht werden.

GUT ZU WISSEN!

Fettgewebserkrankungen sind selten. Neben Pannikulose gelten nur noch die Frostbeulen zahlenmäßig als klinisch relevant.

Weichteilrheumatismus des Gleitgewebes

Sehnen, Sehnenscheiden und Schleimbeutel werden als Gleitgewebe bezeichnet. Sie übernehmen in Ihrem Körper wichtige Aufgaben. So sind sie in der Lage die Kraft Ihrer Muskeln auf Ihre Knochen zu transferieren. Zudem schützen sie das umliegende Gewebe vor Schäden.

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass Sehnen besonders oft in Mitleidenschaft gezogen werden, zum Beispiel durch einen Sportunfall? Das kommt daher, dass sie das schwächste Glied beim Bewegungsablauf sind. Bei akuten Verletzungen drohen deshalb Sehnenabrisse.

Setzen Sie Ihre Sehnen einer dauerhaften Belastung aus, können Schmerzzustände an den Ansatzstellen der Sehnen die Folge sein. Den Schmerz spüren Sie aber nicht nur unmittelbar am Ort des Geschehens. Betroffene berichten davon, dass die Beschwerden – besonders bei Bewegung – bis in den Muskel ausstrahlen.

Sitzen Sie den größten Teil des Tages am Schreibtisch? Das kann die Ursache für die Sehnenleiden sein.

Sehnenscheiden, die sich beispielsweise an der Hand befinden, können auf eine starke Beanspruchung mit Schmerzen, Überwärmung und Schwellung reagieren. In dem Zusammenhang können sich auch Sehnenknötchen bilden.

Handwerker haben häufig mit Schleimbeutelreizungen zu kämpfen. Ein gutes Beispiel sind Fliesenleger, die viel Zeit täglich im Knien verbringen. Dadurch lastet ein großer Druck auf dem beteiligten Gewebe.

Kennen Sie den Begriff Ganglion? Umgangssprachlich wird es als Überbein bezeichnet. Dabei kommt es zu einer Aussackung der Sehnenscheide oder der Gelenkkapsel. Besonders häufig entsteht es am Handgelenk.

Bei Weichteilrheumatismus des Gleitgewebes sind Ruhe und Entspannung oberstes Gebot. Auch antientzündliche Salben oder konsequentes Kühlen kann zur Verbesserung beitragen.

Ganglion Handgelenk
Ganglion am Handgelenk

GUT ZU WISSEN!

Sehnenleiden können den gesamten Bewegungsapparat betreffen. Der wohl bekannteste Vertreter ist der sogenannte Tennisellenbogen.

Weichteilrheumatismus der Muskeln

Hier kommen zahlreiche Ursachen in Betracht. Darunter Infektionen mit Viren, Bakterien oder Parasiten, Drogenmissbrauch, Stoffwechselstörungen, Medikamenteneinnahmen oder entzündlich-rheumatische-, hormonelle-, Nerven- sowie Gefäß-Erkrankungen.

Wenn es sich um nicht entzündliche rheumatische Muskelerkrankungen handelt, stehen Muskelverspannungen im Mittelpunkt des Beschwerdebildes. Hierbei sind vor allem die Muskeleinheiten Ihrer Sehnen betroffen. Experten sprechen daher auch von „Tendomyosen“.

Bemerken Sie kleine, knötchenförmige Verhärtungen in Ihrer Muskulatur, die bei Ausübung von Druck schmerzen, haben Sie sogenannte Myogelosen. Diese entstehen vor allem durch körperliche und psychische Belastung.

GUT ZU WISSEN!

Muskelverspannungen können auch durch Wettereinflüsse entstehen. Sie können gut mit Wärme, sanften Bewegungen und Massagen gelockert werden. Schmerzhafte Verhärtungen (Myogelosen) reagieren eher auf Kälte und Injektionen.

Weichteilrheumatismus in der Nähe von Gelenken

Weichteilrheumatische Beschwerden können überall dort auftreten, wo sich Gelenke befinden. Mediziner bezeichnen die Beschwerden in der Nähe von Gelenken als Periarthropathie.

Ursache für die Beschwerden können Sehnenprobleme in Verbindung mit Muskelfunktionsstörungen sein. Nicht selten sind auch mehrere Sehnen und Muskeln betroffen.

Eine permanente Reizung kann dazu führen, dass die Region um eine Sehne oder eines Schleimbeutels verkalkt, was auch im Röntgenbild sichtbar gemacht werden kann.

Wenn Ihre Schulter betroffen ist, wird das auch als Periarthropathia (PHS) bezeichnet. Jetzt ist Krankengymnastik das erste Mittel der Wahl. Mit gezielten (Dehn) Übungen oder Wärme sowie Kälte können die Beschwerden bekämpft werden.

Ganz wichtig ist jetzt, dass Sie Geduld haben, denn die weichteilrheumatischen Beschwerden verschwinden häufig erst nach einigen Monaten.

GUT ZU WISSEN!

Nervenirritationen können eine Folge von Weichteilgewebereizungen sein. Besonders populär ist das Karpaltunnel ­Syndrom, bei dem es zu ausgeprägten Schmerzen und Gefühlsstörungen in den Fingern kommen kann.

Das Fibromyalgie-Syndrom

Wie bereits erwähnt, stellt Fibromyalgie eine Unterform von Weichteilrheuma dar. Patienten haben häufig eine wahre Odyssee hinter sich, bis sie die Diagnose Fibromyalgie erhalten. Die Diagnosestellung der Fibromyalgie ist gar nicht so einfach, da viele weichteilrheumatische Beschwerden in Kombination auftreten.

Betroffene sind erschöpft, kälteempfindlich und können unter Schlafstörungen sowie Organbeschwerden leiden. Auch depressive Zustände sind bei Fibromyalgie-Patienten nicht selten. Auch hier ist viel Geduld gefragt. Bewegung ist eines der wichtigsten Elemente der Fibromyalgie-Therapie.

GUT ZU WISSEN!

Besonders häufig sind Frauen im Alter zwischen 30 und 55 Jahren von Fibromyalgie betroffen.

Zusammenfassung

Weichteilrheuma wird in verschiedene Unterformen eingeordnet. Fibromyalgie ist kein Synonym für Weichteilrheuma, sondern ebenfalls eine Unterform. Weichteilrheuma kann prinzipiell überall am Körper auftreten. Unterschieden werden weichteilrheumatische Beschwerden im Fettgewebe, Gleitgewebe und Muskeln.

Zudem kann die Erkrankung in Nähe von Gelenken auftreten oder sich in Form von Fibromyalgie äußern.

Weichteilrheuma: Symptome

Bei Patienten mit Weichteilrheuma kann es zu vielfältigen Beschwerden kommen.

Leitsymptome des Erkrankungsbildes sind Schmerzen an bestimmten Druckpunkten, den sogenannten Tender Points und Muskelbeschwerden. Diese sind besonders in Hinblick auf die Diagnosestellung bei Fibromyalgie wichtig.

Die Druckpunkte befinden sich an den Übergangsstellen von Muskeln und Sehnen, beispielsweise im Nacken- und Schulterbereich. Leiden Sie unter Weichteilrheuma ist die Druckausübung auf diese Punkte besonders schmerzhaft.

Neben den schmerzhaften Druckpunkten weisen folgende Symptome auf Weichteilrheuma hin:

GUT ZU WISSEN!

Weichteilrheuma beginnt zunächst schleichend und geht in einen chronischen Verlauf über. Während sich die Beschwerden anfangs nur ausschnittsweise zeigen, ergeben sie zu einem späteren Zeitpunkt ein Gesamtbild.

Weitere Symptome von Weichteilrheuma

Nicht immer gelingt die Diagnose von Weichteilrheuma einfach. Das liegt vor allem daran, dass die Symptome zunächst vereinzelt auftreten und von uncharakteristischen Beschwerden begleitet werden können.

Dazu zählen:

  • vermehrtes Schwitzen
  • Händezittern
  • ausgeprägtes Kältegefühl
  • Kreislaufprobleme, wie Schwindel
  • Magen-Darm Beschwerden, wie Durchfall und Übelkeit
  • Herzrasen
  • Atemnot
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • verstärkte Menstruationsbeschwerden

GUT ZU WISSEN!

Die vielfältigen Symptome sind auch der Grund dafür, dass Ärzte anfangs häufig im Dunkeln tappen. Schließlich können die Beschwerden auch auf eine Vielzahl anderer Krankheiten hinweisen.

Weichteilrheuma: Diagnose

Blutuntersuchungen und Röntgenbilder bringen keine Sicherheit, was die Diagnose von Weichteilrheuma angeht. Sie können aber dafür herangezogen werden, um andere Erkrankungen auszuschließen.

Als zuverlässigste Diagnosemöglichkeit hat sich die Erhebung der Druckschmerzen bewiesen. Mindestens 11 Druckpunkte an den Ansatzstellen der Sehnen müssen sich druckempfindlich zeigen, damit die Diagnose Weichteilrheuma feststeht.

Auch schmerzhafte Muskelverspannungen an den Schultern, Händen, Knien, Sprunggelenken oder Ellbogen in Verbindung mit Gefühlsstörungen an Händen und Füßen sowie Schlafstörungen und Müdigkeit geben dem Arzt Hinweise auf die Erkrankung.

GUT ZU WISSEN!

Die Diagnose von Fibromyalgie orientiert sich an den Symptomen der Druckpunkte.

Wenn nicht genügend Druckpunkte mit dem typischen Beschwerdebild verknüpft werden können, liegt keine Fibromyalgie vor. In diesem Fall ist von einem allgemeinen Weichteilrheuma auszugehen.

Weichteilrheuma: Therapie

Als Patient mit Weichteilrheuma stehen Ihnen verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung.

Dazu zählen neben Krankengymnastik und physikalischen Therapien auch Medikamente. Zudem können Entspannungsmaßnahmen wie Yoga oder progressive Muskelentspannung sowie eine angepasste Ernährung dabei helfen, die Beschwerden zu lindern.

Womöglich wird Ihr Arzt Ihnen auch eine psychotherapeutische Unterstützung oder alternative Behandlungsformen wie Akupunktur ans Herz legen. Inzwischen gibt es einige Heilpraktiker, die sich der Erkrankung und den Beschwerden widmen.

Weichteilrheuma: Was bringen Medikamente?

Für Menschen mit Weichteilrheuma sind Schmerzmittel ein häufiger Begleiter. Sie können dazu beitragen, ein weitestgehend normales Leben zu führen. Neben der Schmerzlinderung können sie auch die Beweglichkeit verbessern.

Entzündungshemmende Medikamente oder Substanzen zur Muskelentspannung werden von Medizinern bei Weichteilrheuma ebenfalls verschrieben.

Bei ausgeprägten chronischen Schmerzen kann eine Therapie mit Antidepressiva oder Antiepileptika in Betracht gezogen werden. Antidepressiva können zudem dabei helfen, Schlafstörungen zu bessern.

GUT ZU WISSEN!

Kortison und nicht-steroidale Antirheumatika stellen keine geeigneten Medikamente bei Weichteilrheuma dar. Auch die Schmerzbekämpfung mithilfe von Opioiden wird nicht empfohlen.

Weichteilrheuma: Was bringen physikalische Therapien und Krankengymnastik?

Bei Weichteilrheuma werden Kälte- und Wärmebehandlungen empfohlen. So können Sandliegen, warme Bäder oder Bestrahlungen Schmerzen lindern.

Elektrotherapien, bei denen leichte Stromimpulse in den Körper gesandt werden, können dazu beitragen, dass sich die Muskeln entspannen und somit die Beschwerden abnehmen.

Wenn Sie die Diagnose Weichteilrheuma erhalten haben, können sich auch Thermal- und Solebäder günstig auf Ihren Gesundheitszustand auswirken.

Bewegung ist immer eine gute Empfehlung bei Weichteilrheuma. Mit gezieltem Ausdauertraining können Schmerzen reduziert und neue Kraft getankt werden. Patienten sollten zwei bis dreimal pro Woche für mindestens 30 Minuten Walken, Spazierengehen oder Fahrradfahren.

Bewegungstherapien haben sich ebenfalls als sinnvoll erwiesen. Im Rahmen der Krankengymnastik bekommen Sie (Dehn) Übungen gezeigt, die Einfluss auf Ihre schmerzenden Muskeln nehmen. Dabei ist es wichtig, dass Sie die Bewegungsübungen allmählich steigern, um Ihren Bewegungsapparat nicht zu überfordern.

GUT ZU WISSEN!

Sie haben Freude an Wasser? Dann ist Wassergymnastik genau das Richtige für Sie, denn die sanften Bewegungen im nassen Element werden bei Weichteilrheuma empfohlen.

Weichteilrheuma: Was bringt eine Ernährungsumstellung?

Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle in der Therapie von Weichteilrheuma. Studien belegen, dass sich Patienten mit einer Umstellung auf vegane Rohkost morgens besser bewegen können, weniger Schmerzen haben und ihren Allgemeinzustand verbessern.

Generell werden bei Weichteilrheuma Speisen empfohlen, die überwiegend auf Pflanzen basieren. Zudem sollten Sie fettarme Milchprodukte und Fisch bevorzugen, denn damit nehmen Sie weniger entzündungsfördernde Substanzen auf.

GUT ZU WISSEN!

Bereits einige Tage nach der Ernährungsumstellung können Sie die Veränderung der Druckempfindlichkeit der sogenannten „tender points“ beobachten.

Trotzdem sollten Sie Ihre Ernährung dauerhaft umstellen, denn nach Absetzen der gesunden Kost treten die Schmerzen an den Druckpunkten gewöhnlich wieder auf.

Zusammenfassung

Die Diagnose von Weichteilrheuma gestaltet sich schwierig. Blutergebnisse und Röntgenaufnahmen helfen lediglich dabei, andere Erkrankungen auszuschließen, die für die Beschwerden ursächlich sein könnten.

Stattdessen werden die Druckpunkte herangezogen, um Weichteilrheuma zu diagnostizieren. Die sogenannten „tender points“ haben sich vor allem dann bewährt, wenn die Frage geklärt werden soll, ob eine Fibromyalgie vorliegt.

Die Symptome von Weichteilrheuma fallen unterschiedlich aus. Neben schmerzhaften Druckpunkten und Muskelbeschwerden können Kopfschmerzen, vermehrtes Schwitzen, Händezittern, Schlafstörungen und Müdigkeit auftreten.

Als Therapie werden verschiedene Medikamente, die schmerzlindernd, muskelentspannend und entzündungshemmend wirken, eingesetzt. Patienten profitieren vor allem von einer regelmäßigen Bewegung. Laut Empfehlungen sollte wenigstens zwei bis dreimal pro Woche Ausdauersport betrieben werden.

Auch alternative Behandlungsmethoden wie Akupunktur und Entspannungsmaßnahmen können dazu beitragen, Beschwerden zu lindern. Ärzte verschreiben Patienten mit Weichteilrheuma bevorzugt Krankengymnastik und physikalische Therapien. Grundsätzlich empfiehlt sich auch eine auf pflanzenbasierende Ernährung.

Wo finde ich Hilfe, wenn ich Weichteilrheuma habe?

Auch wenn die Diagnosestellung häufig langwierig ist und die Beschwerden den Alltag erschweren, handelt es sich bei Weichteilrheuma um keine lebensbedrohliche Erkrankung. Zudem müssen Sie keine Invalidität befürchten, da die Gewebestrukturen nicht zerstört werden.

Bei Weichteilrheuma gibt es verschiedene Therapieoptionen, die individuell abgewägt werden müssen. Im besten Fall suchen Sie sich dafür professionelle Hilfe von erfahrenen Ärzten.

Vielen Betroffenen hilft es, sich mit anderen Menschen über ihre Erkrankung auszutauschen. Ein guter Anlaufpunkt ist die Deutsche Fibromyalgie Vereinigung (DFV). Auch die Rheuma-Liga bietet viele Hilfestellungen für Betroffene an.

Fazit

 

Weichteilrheuma kann sich empfindlich auf die Lebensqualität auswirken. Patienten leiden häufig unter Schmerzen und Muskelbeschwerden. Bis die Diagnose feststeht, haben Betroffene häufig viele Ärzte konsultiert.

Auch wenn die Symptome von Weichteilrheuma bekannt sind, kann es sein, dass Patienten lange auf eine entsprechende Diagnose warten müssen. Das liegt daran, dass neben den klassischen Symptomen auch eher ungewöhnliche Beschwerden vereinzelt auftreten können. Dazu zählen Händezittern, Kreislaufprobleme sowie Übelkeit und Migräne.

Weichteilrheuma kann grundsätzlich überall im Körper auftreten. Zu den Unterformen gehören Fibromyalgie und Weichteilrheuma, welches die Muskeln, das Fett- sowie Gleitgewebe betrifft. Auch in der Nähe von Gelenken kann Weichteilrheuma auftreten.

Die Diagnose stützt sich weder auf Blut- noch auf Röntgenbilder. Diese dienen lediglich dazu, andere Verursacher auszuschließen. Neben den Symptomen werden vor allem bei einer vermuteten Fibromyalgie die Druckpunkte herangezogen.

Die Therapie von Weichteilrheuma sieht neben schmerzlindernden und entzündungshemmenden Medikamenten, Krankengymnastik, physikalische Therapien, Entspannungsmaßnahmen und Bewegung vor. Auch eine Ernährungsumstellung auf pflanzliche Rohkost kann sich positiv auf das Beschwerdebild auswirken.

Menschen mit Weichteilrheumatismus setzen nicht selten auf alternative Behandlungsoptionen wie die Akupunktur, um ihre Lebensqualität zu steigern.

Auch wenn es sich bei Weichteilrheuma um keine lebensbedrohliche Krankheit handelt und sie nicht in der Lage ist, Beschädigungen zu verursachen, übt sie sowohl auf das physische als auch auf das psychische Wohlbefinden einen negativen Einfluss aus.

Wenn Sie von der Krankheit betroffen sind, können Sie von verschiedenen Hilfsangeboten profitieren. Ein guter Anlaufpunkt ist die Deutsche Rheuma-Liga, die Patienten neben Informationen auch einen Austausch über die Krankheit bietet.

Quellen:

  1. Heim U. Extraartikuläre weichteilrheumatische Erkrankungen (Weichteilrheumatismus) und Rückenschmerzen. Manger, B. Therapie-Handbuch. München: Elsevier, Urban Fischer, O1
  2. Deutsche Rheuma-Liga: Weichteilrheumatismus. https://www.rheuma-liga.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Mediencenter/Publikationen/Merkblaetter/1.5_Weichteilrheuma.pdf
  3. S3-Leitlinie Fibromyalgiesyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie der Deutschen Interdisziplinäre Vereinigung für Schmerztherapie (DIVS). https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/145-004k_S3_Fibromyalgiesyndrom_2019-07.pdf (Stand 20.03.2017)
  4. Häuser W, et al. Fibromyalgiesyndrom: Klassifikation, Diagnose und Behandlungsstrategien. Deutsches Ärzteblatt 2009;106(23):383–391

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