Inkontinenz-Blasenschwäche

Inkontinenz – Ursachen und Therapie

Inkontinenz ist noch immer ein Tabuthema. Aus Scham reden viele Betroffene nicht darüber – auch nicht mit ihrem Arzt. Die Ursachen gestalten sich vielseitig. Neben Nervenverletzungen und neurologischen Erkrankungen kann vor allen eine Beckenbodenschwäche dafür verantwortlich gemacht werden, dass die Blase schlappmacht.

Anstatt eigene Bewältigungsstrategien zu entwickeln, sollten Sie sich vertrauensvoll an einen Urologen wenden. Er kann Ihnen zeigen, welche Therapie für Sie infrage kommt.

Wir verraten Ihnen in diesem Artikel, welche Formen von Blasenschwäche es gibt, wie eine Harninkontinenz entsteht und wie sie behandelt werden kann. Zudem geben wir Ihnen Tipps, wie Sie effektiv vorbeugen können.

Was ist Inkontinenz?

Laut Definition bezeichnet eine Harninkontinenz, auch Blasenschwäche oder Harnverlust genannt, einen unfreiwilligen Verlust von Urin, der aufgrund von verschiedenen Erkrankungen entstehen kann. Veränderungen oder Fehlfunktionen der Harnblase und der zugehörigen Verschlussmechanismen sind in der Regel die Ursache.

Mediziner unterscheiden verschiedene Formen, um der Vielfältigkeit der Blasenschwäche gerecht zu werden. So kann eine Belastungs- oder Stressinkontinenz, Reflexinkontinenz, Überlaufinkontinenz, Dranginkontinenz oder extraurethrale Inkontinenz auftreten.

Auch wenn viele Betroffene glauben, dass sie alleine mit ihrem Problem sind, zeigen Zahlen, dass dem nicht so ist. Alleine in Deutschland sollen Schätzungen zufolge bis zu 15 Millionen Frauen von einer Harninkontinenz betroffen sein. Demnach würde hierzulande jede dritte bis vierte Frau zumindest vorübergehend an den Folgen der Harninkontinenz leiden.

Während der Prozentanteil der Betroffenen bei den 20 bis 30-jährigen mit 10 % noch recht gering ausfällt, liegt er mit 25% unter den 40 bis 50-jährigen deutlich höher. In Seniorenheimen kann ein Anteil von 70 % oder mehr beobachtet werden.

GUT ZU WISSEN!

Harninkontinenz tritt nicht ausschließlich im hohen Lebensalter auf. Besonders häufig sind Schwangere, Mütter, Übergewichtige und Frauen mit einer gering ausgeprägten Beckenbodenmuskulatur betroffen.

Harninkontinenz – Formen und Ursachen

Der Begriff Blasenschwäche lässt vermuten, dass ausschließlich die Blase schlappmacht und so die unerwünschten Beschwerden hervorruft. Allerdings kann die Schuld nicht immer bei der Blase gesucht werden.

Mediziner unterscheiden fünf Formen von Harninkontinenz, bei der auch psychische Ursachen oder Verletzungen eine Rolle spielen.

1. Belastungsinkontinenz

Diese Form wurde früher auch als Stressinkontinenz bezeichnet, und zwar deshalb, weil körperliche Belastung ein wesentlicher Faktor ist, der die Beschwerden auslöst.

Vor allem frischgebackene Mütter kennen die Belastungsinkontinenz. Trampolinspringen oder Niesen führt bei einigen von ihnen zu einem unkontrollierten Urinabgang.

Aber auch beim Anheben schwerer Gegenstände, Husten und Lachen kann unwillkürlich Urin verloren werden. Während bei einigen nur ein ausgeprägter Druck im Bauchraum die Beschwerden hervorruft, reichen bei anderen im Extremfall bereits sanfte Bewegungen oder das Liegen oder Stehen.

Entscheidendes Merkmal: Wenn Sie unter einer Belastungsinkontinenz leiden, verspüren Sie keinen Harndrang, bevor Sie Urin verlieren.

Wie kommt es zu einer Belastungsinkontinenz?

Der Verschlussmechanismus zwischen Blasenhals und Harnröhre funktioniert bei einer Belastungsinkontinenz nicht mehr richtig. Folgende Risikofaktoren und Ursachen können dabei zugrunde liegen:

  • chronischer Husten
  • das Heben schwerer Lasten
  • ein untrainierter Beckenboden
  • Absinkende Beckenorgane, insbesondere Gebärmuttersenkung
  • Übergewicht
  • Nervenreizungen oder Nervenverletzungen
  • Vorwölbung der Harnblase
  • Beckenbodengewebeverletzungen

2. Dranginkontinenz

Bei dieser Form von Inkontinenz tritt der Harndrang überfallsartig auf. Betroffene müssen zudem sehr häufig – teilweise mehrmals in der Stunde – zur Toilette. Die Blase ist dabei in der Regel nicht komplett gefüllt.

Besonders unangenehm: Bei der Dranginkontinenz geht häufig etwas „daneben“, weil Betroffene nicht rechtzeitig die Toilette erreichen, bevor der Urin schwallartig abgeht.

Wie kommt es zu einer Dranginkontinenz?

Bei der Dranginkontinenz liegt ein Kommunikationsproblem vor. Selbst wenn Ihre Blase nicht vollständig gefüllt ist, erhält Ihr Gehirn die Botschaft, dass das Blasenvolumen erschöpft ist.

Mediziner nennen das Phänomen auch „überaktive Blase“. Ihr Körper reagiert darauf mit einem nur schwer zu kontrollierendem Harndrang.

Eine Dranginkontinenz wird ausgelöst durch:

  • Blasenreizungen, zum Beispiel infolge von Blasensteinen oder Blasenentzündungen
  • Diabetes mellitus
  • psychische Ursachen
  • neurologische Erkrankungen, zum Beispiel Alzheimer, Multiple Sklerose, Parkinson, Hirntumore
  • Schlaganfall
  • Nervenreizungen oder Nervenschädigungen als Komplikation einer Operation

3. Überlaufinkontinenz

Verlieren Sie kleine Mengen Urin, wenn Ihre Blase komplett gefüllt ist? Verspüren Sie einen ständigen Harndrang? Dann könnte eine Überlaufinkontinenz die Ursache Ihrer Beschwerden sein.

Hierbei ist der Blasenausgang versperrt, sodass der ungestörte Harnabfluss nicht mehr sichergestellt werden kann.

Eine Überlaufinkontinenz kann durch Folgendes entstehen:

  • gutartige Prostatavergrößerung
  • Harnröhrenverengung, zum Beispiel infolge von Harnsteinen oder einem Tumor

4. Reflexinkontinenz

Bei der Reflexinkontinenz gelingt es Ihnen nicht mehr, Ihre Blase gezielt zu entleeren. Ihnen fehlt jedes Gefühl dafür, wann Ihre Blase vollständig gefüllt ist. Dadurch entleert sich das Organ in unregelmäßigen Abständen selbst, allerdings aber häufig nicht vollständig.

Diese Form der Inkontinenz wird dadurch hervorgerufen, dass Nerven im Rückenmark oder Gehirn, die für die Blasensteuerung verantwortlich sind, Schaden genommen haben.

Eine Reflexinkontinenz wird ausgelöst durch:

  • Querschnittlähmungen
  • neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Alzheimer oder Parkinson
  • Schlaganfälle

5. Extraurethrale Harninkontinenz

Wenn Sie unter einer extraurethralen Harninkontinenz leiden, verlieren Sie ebenfalls regelmäßig und unkontrolliert Urin.

Der Unterschied zu den anderen Formen besteht darin, dass Sie den Urin jedoch zusätzlich über andere Öffnungen wie die Scheide oder den After ausscheiden.

Die extraurethrale Harninkontinenz kann auf folgende Auslöser zurückgeführt werden:

  • Fistelbildung (röhrenartige Verbindung zwischen einem inneren Hohlorgan und anderen Organen bzw. der Körperoberfläche.)
  • angeborene Fehlbildungen

Zusammenfassung

 

Unter einer Inkontinenz, auch als Blasenschwäche bezeichnet, versteht sich der unkontrollierte Abgang von Urin, der aufgrund von Fehlfunktionen und Erkrankungen entstehen kann.

Auch heute noch wird das Thema tabuisiert, obwohl Schätzungen zufolge jede dritte bis vierte Frau davon betroffen ist. Auch wenn der Prozentanteil in Altenheimen recht hoch ausfällt, ist Blasenschwäche keineswegs nur ein Problem im hohen Lebensalter.

Das zeigt sich auch daran, dass insbesondere Frauen nach der Entbindung von einer vorübergehenden Blasenschwäche betroffen sind.

Mediziner unterscheiden fünf verschiedene Formen von Inkontinenz. Darunter die Belastungsinkontinenz, Dranginkontinenz, Überlaufinkontinenz, Reflexinkontinenz und Extraurethrale Harninkontinenz. Die Auslöser können dabei recht unterschiedlich ausfallen.

Während in einigen Fällen lediglich eine schlechte Beckenbodenmuskulatur oder eine Gebärmuttersenkung die Ursache ist, liegen bei anderen Formen schwerwiegende Erkrankungen oder Verletzungen zugrunde.

Wie kann der Arzt die Ursache meiner Blasenschwäche feststellen?

Medizinern stehen verschiedene Diagnosemöglichkeiten zur Verfügung, um festzustellen, warum Sie unter einer Blasenschwäche leiden. Dafür kommen in der Regel Basisuntersuchungen zum Einsatz.

Zunächst wird der Arzt mit Ihnen ein ausführliches Gespräch führen, um mehr über Ihre Beschwerden zu erfahren. Danach folgt eine körperliche Untersuchung. Zudem werden Sie gebeten, Urin abzugeben.

Das dient nicht zuletzt dazu, eine Blasenentzündung auszuschließen. Wichtige Hinweise kann auch ein Miktions- und Trinkprotokoll geben. Darin protokollieren Sie, wann und wie viel Sie getrunken haben und wie oft Sie zur Toilette gegangen sind.

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Das Team von Lebensfreude-Aktuell hat exklusiv für Sie ein kostenloses Miktionsprotokoll entwickelt. Sie können es einfach und schnell herunterladen und ausdrucken.

Im besten Fall bringen Sie ein solches Protokoll bereits mit zum Arztgespräch, denn damit können nicht nur Sie, sondern auch Ihr Arzt Rückschlüsse auf die Ursachen und auf die Ausprägung der Beschwerden ziehen.

Nach dem ausführlichen Gespräch, der körperlichen Untersuchung und der Urinabgabe kann Ihr Arzt noch eine Ultraschalluntersuchung durchführen. Damit kann er beurteilen, ob die Harnblase, die Harnröhre und die Nieren normal arbeiten.

GUT ZU WISSEN!

Um eine Diagnose zu sichern, kann Ihr Arzt die Funktionsprüfung der Blase und Schließmuskeln mit der sogenannten Blasendruckmessung (Urodynamik) anordnen.

Blasenschwäche richtig behandeln

Die Harninkontinenz wird sehr individuell behandelt, da es verschiedene Ursachen gibt, die zu den Beschwerden führen. Zudem spielt es eine Rolle, wie stark die Symptome ausgeprägt sind.2

Behandlung der Belastungs- oder Stressinkontinenz

Hier gilt es vor allem die Beckenbodenmuskulatur zu stärken bzw. zu entlasten, da bei der Belastungsinkontinenz häufig eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur oder des Beckenbandapparates vorliegt.

Die konservative Therapie, die bei leichten Schweregraden eingesetzt wird, beinhaltet:

  • Beckenbodentraining
  • Gewichtsreduzierung
  • Lebensstiländerung
  • Hormongabe

Beckenbodentraining

Ein Physiotherapeut kann Ihnen beibringen, wie Sie Ihren Beckenboden optimal trainieren können. Dafür ist allerdings ein wenig Geduld gefragt, da sich die ersten Effekte erst nach rund 6 Monaten einstellen. Das Gute ist aber, dass Sie das Beckenbodentraining unproblematisch auch zu Hause durchführen können.

Gewichtsreduzierung

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Sport kann bei der Gewichtsreduzierung helfen

Durch eine gezielte Gewichtsabnahme kann auch der Druck auf die inneren Organe reduziert werden. Dadurch kann sowohl der Harndrang als auch der unwillkürliche Urinverlust gelindert werden.

GUT ZU WISSEN!

Personen mit Gelenkbeschwerden empfehlen wir besonders gelenkschonende Sportarten zur Gewichtsabnahme wie Schwimmen, Nordic Walking oder Yoga.

Lebensstiländerung

In einem gewissen Umfang können Sie selbst auf Ihre Beschwerden einwirken, indem Sie beispielsweise das Heben von schweren Gegenständen oder den Konsum von harntreibenden Getränken vermeiden.

Zudem sollten Sie gegebenenfalls Ihren chronischen Husten behandeln lassen, um den Druck in Ihrem Bauchraum zu reduzieren.

Hormongabe

Eine Harninkontinenz wird nicht selten nach Eintritt in die Wechseljahre beobachtet. Der Grund dafür ist der damit einhergehende Östrogenmangel. Hier ist die Behandlung mit einer östrogenhaltigen Salbe im Harn- und Genitalbereich einen Versuch wert.

Zudem gibt es Östrogenzäpfchen, die in die Scheide eingeführt werden können. Nebenwirkungen sind dabei in der Regel nicht zu erwarten.

Haben Sie bereits die obenstehenden konservativen Behandlungsansätze ausprobiert, diese haben jedoch nicht zu einem nennenswerten Erfolg geführt?

Dann können Sie auf weitere Methoden zurückgreifen:

  • Inkontinenztampons und Ring- sowie Schalenpessare, die Druck auf die Harnröhre ausüben. Sie werden vom Gynäkologen gesetzt und entfernt.
  • Elektrostimulation, um die Nerven zu stimulieren und an ihre natürliche Aufgabe zu erinnern.
  • Unterspritzung der Harnröhre zur Einengung
  • Gabe von Duloxetin. Entsprechende Medikamente müssen dauerhaft eingenommen werden.
  • Kolposuspension. Dabei wird die Vorderwand der Scheide angehoben und am Bandapparat des Beckens fixiert, damit sinkt die Harnröhre nicht ab.
  • Tension-free vaginal tape. Hier stabilisiert ein Kunststoffbändchen den entsprechenden Bereich.

Behandlung der Dranginkontinenz

Bei der Dranginkontinenz geht es darum, die Abstände zwischen den Toilettengängen zu verlängern und das Aufnahmevolumen des Organs zu optimieren. Dazu wenden Mediziner folgende Behandlungsansätze an.

Harnwegsinfekte beheben

Vielleicht leiden Sie unter einem Harnwegsinfekt und wissen nichts davon. Tatsächlich kommt es häufig vor, dass der unangenehme Drang durch eine Infektion mit Bakterien ausgelöst wird.

Miktionstagebuch

Wenn Sie sich noch nicht in den Wechseljahren befinden, macht die Führung eines Miktionstagebuches unbedingt Sinn, denn so können Rückschlüsse auf stressbedingte Störungen oder etwaige Erkrankungen gezogen werden.

Dabei sollten Sie akribisch notieren, zu welcher Uhrzeit Sie den Harndrang verspüren und wie viel Urin Sie auf der Toilette ausgeschieden haben.

Blasentraining

Wenn Ihr Arzt festgestellt hat, dass keine Erkrankungen zu der Dranginkontinenz führen, können Sie ein Blasentraining umsetzen.

Dabei versuchen Sie die Abstände zwischen den Toilettengängen zu vergrößern, indem Sie dem Drang nicht sofort nachgeben.

Hormontherapie

Auch bei der Dranginkontinenz kann es sinnvoll sein, Östrogene zu verabreichen. Schließlich tritt auch diese Form der Blasenschwäche häufig während oder nach der Menopause auf.

Ihr Arzt kann Ihnen dafür eine östrogenhaltige Salbe oder entsprechende Tabletten verschreiben.

Operative Eingriffe

Eine Senkungsoperation ist sinnvoll, wenn eine Senkung oder ein Vorfall von Gebärmutter, Blase oder Darm vorliegt. Dabei handelt es sich um routinierte Eingriffe, die bei einem Großteil der Patienten zum Erfolg führen.

Konservative Ansätze bleiben erfolglos - was jetzt?

Es gibt keine Garantie dafür, dass die Therapieansätze, die vielen anderen Menschen helfen, auch bei Ihnen die Beschwerden lindern. Wenn die oben genannten Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg führen, kann auch eine medikamentöse Therapie oder eine Elektrostimulation sinnvoll sein.

Um die für Sie richtige Behandlung zu finden, sollten Sie sich in einem regen Austausch mit Ihrem Arzt befinden.

Behandlung der Überlaufinkontinenz

Bei der Überlaufinkontinenz setzen Mediziner in erster Linie auf hormonelle Therapien mittels Östrogen oder auf andere Medikamente. Auch operative Eingriffe können im Einzelfall sinnvoll sein.

Behandlung der Reflexinkontinenz

Dadurch, dass die Reflexinkontinenz durch Schädigungen oder Fehlbildungen der Rückenmarkverbindungen hervorgerufen wird, existiert keine Therapiemöglichkeit.

Behandlung der extraurethralen Inkontinenz

Bei vielen Menschen, bei denen diese Form der Inkontinenz auftritt, können Fisteln dafür verantwortlich gemacht werden. Diese werden aus dem Gewebe geschnitten, um im Anschluss die Blase und Scheide wiederherzustellen.

Zusammenfassung

 

Um eine Blasenschwäche erfolgreich behandeln zu können, sollte zunächst festgestellt werden, um welche Form von Harninkontinenz es sich handelt. Hierfür wird der Arzt ein ausführliches Gespräch mit Ihnen führen, eine mögliche Blaseninfektion ausschließen, eine körperliche Untersuchung durchführen und gegebenenfalls weitere Diagnoseverfahren anordnen.

In dem Zusammenhang ist die Führung eines Miktions- und Trinkprotokolls durchaus sinnvoll, somit erhalten Sie und Ihr Arzt wichtige Hinweise auf die mögliche Ursache Ihrer Blasenschwäche.

Bei der Ausarbeitung eines Therapiekonzeptes stehen verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung. Generell gilt: Die Behandlung sollte stets individuell erfolgen und sich nach der Form der Harninkontinenz richten.

Während die Reflexinkontinenz durch eine zugrunde liegende Schädigung oder Fehlbildung der Rückenmarksverbindungen nicht behandelt werden kann, gibt es bei den übrigen Inkontinenzformen medikamentöse, physiotherapeutische und operative Ansätze.

Zudem können Änderungen im Alltag oder erweiterte Therapieansätze wie die Elektrostimulation zum Erfolg führen.

Blasenschwäche – reden Sie offen darüber

Blasenschwäche ist ein Tabuthema. Nur die wenigsten Angehörigen oder Freunde wissen von der Problematik ihres geliebten Menschen. Betroffene betreiben häufig einen großen Aufwand, damit die häufigen Toilettengänge unbemerkt bleiben.

Inkontinenz-Behandlung
Inkontinenz Behandlung - Sprechen Sie darüber!

Haben Sie Mut und vertrauen Sie sich nahe stehenden Menschen an. Sie werden mit Sicherheit auf viel Verständnis stoßen und vielleicht sogar auf Freunde oder Familienmitglieder, denen es ähnlich geht.

Schämen Sie sich nicht und reden Sie zeitnah mit Ihrem Arzt. Nur so kann Ihnen umgehend geholfen werden. Ebenso gibt es verschiedene Selbsthilfegruppen.

Harninkontinenz: Überprüfen Sie Ihr Trinkverhalten

Erwischen Sie sich auch öfter dabei, extra wenig zu trinken, um einem unkontrollierten Harnabgang aus dem Weg zu gehen? Das ist natürlich nachvollziehbar, bringt aber in der Regel noch mehr nachteilige Effekte mit sich.

Wenn Sie weniger trinken, liegt der Urin in Ihrer Blase konzentrierter vor. Dadurch kann sich nicht nur der Harndrang verstärken, sondern auch die Blasenschleimhaut gereizt werden.

Ihr Körper ist auf eine regelmäßige und ausreichende Trinkmenge angewiesen, damit die Blase, die Harnleiter und die Harnröhre gut durchgespült werden. Dabei handelt es sich um eine einfache Maßnahme, um Bakterien das Leben schwer zu machen.

Wenn Sie sich unsicher sind, wie viel und wann Sie trinken sollten, sprechen Sie Ihren Arzt an. Im besten Fall zeigen Sie ihm ein Trink- und Miktionsprotokoll, sodass Ihr Urologe genau nachvollziehen kann, wann Sie wie viel trinken. Davon kann er im Anschluss eine geeignete Trinkmenge und feste Trinkzeiten für Sie ableiten.

GUT ZU WISSEN!

Was Sie trinken, spielt bei einer Inkontinenz eine wichtige Rolle. Am besten greifen Sie zu natürlichem Wasser oder Kräutertee. Auch spezielle Blasenteemischungen sind erlaubt.

Auf Kaffee und Alkohol sollten Sie hingegen verzichten, da sie harntreibend wirken.

Vorbeugende Maßnahmen – werden Sie aktiv!

Wie so oft können Sie auch bei einer Inkontinenz positiv auf Ihren Gesundheitszustand einwirken. Dafür eignen sich folgende Maßnahmen3:

  • Insbesondere Menschen mit einer Bindegewebsschwäche und Frauen nach der Geburt sollten regelmäßig Beckenbodentraining durchführen. Spezielle Kurse vermitteln das notwendige Wissen.
  • Reduzieren Sie Übergewicht. Schon eine Gewichtsreduktion von 5-10 % kann das Auftreten wöchentlicher Inkontinenz-Episoden halbieren.
  • Lassen Sie chronischen Husten und Verstopfung behandeln, um den Druck in Ihrem Bauchraum zu reduzieren.
  • Betätigen Sie sich sportlich. Radfahren, Schwimmen und Yoga können sich kräftigend auf den Beckenboden auswirken.
  • Vermeiden Sie es, körperlich schwer zu arbeiten und zu heben.
  • Geben Sie nicht dem ersten Harndrang nach, sondern versuchen Sie, Ihre Blase zu trainieren.

Fazit

 

Auch wenn Harninkontinenz noch immer ein Tabuthema ist – Blasenschwäche ist weit verbreitet. Schätzungen zufolge leidet jede dritte bis vierte Frau unter entsprechenden Beschwerden.

Bei einer Blasenschwäche oder Harninkontinenz kommt es zu einem unwillkürlichen Abgang von Urin, der sich auf Erkrankungen oder Fehlfunktionen zurückführen lässt. Mediziner unterscheiden verschiedene Formen von Harninkontinenz. Dazu zählen Belastungsinkontinenz, Dranginkontinenz, Überlaufinkontinenz, Reflexinkontinenz und Extraurethrale Inkontinenz.

Die Behandlung sollte stets individuell und in Anlehnung an die Form der Inkontinenz erfolgen. Ein Protokoll, welches die Trinkmenge und die abgegebene Urinmenge beinhaltet, kann wichtige Hinweise auf die zugrunde liegende Ursache liefern.

Neben Schädigungen, Fehlbildungen und Erkrankungen kann vor allem eine schwache Beckenbodenmuskulatur für die Inkontinenz verantwortlich gemacht werden.

In der konservativen Therapie wird auf Beckenbodentraining, Änderung des Lebensstils, Medikamente und operative Eingriffe gesetzt. Auch die Elektrostimulation und die Verwendung von speziellen Tampons kann Linderung verschaffen.

Wenn Sie an den Beschwerden einer Inkontinenz leiden, sollten Sie sich Ihrem Arzt anvertrauen. Mit ihm gemeinsam können Sie verschiedene Therapieoptionen in Betracht ziehen, um Ihre Lebensqualität zu steigern. Werden Sie selbst aktiv, indem Sie Gewicht reduzieren, sich regelmäßig bewegen, auf harntreibende Getränke verzichten und schweres Heben vermeiden.

Neben einer Therapie ist auch Ihr psychisches Wohlbefinden wichtig. Viele Patienten fühlen sich erleichtert, wenn sie mit ihren engsten Freunden und Familienangehörigen darüber reden.

Quellen:

  1. Frauenärzte im Netz: Harninkontinenz, https://www.frauenaerzte-im-netz.de/erkrankungen/harninkontinenz/, abgerufen am 15.01.2020
  2. Frauenärzte im Netz: Harninkontinenz: Therapie & Behandlungsmöglichkeiten, https://www.frauenaerzte-im-netz.de/erkrankungen/harninkontinenz/therapie-behandlungsmoeglichkeiten/, abgerufen am 15.01.2020
  3. Arbeitskreis „Urologische Funktionsdiagnostik und Urologie der Frau der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V.“: Was tun bei Harninkontinenz? https://www.urologenportal.de/fileadmin/MDB/PDF/Patienteninformation/Inkontinenz.pdf abgerufen am 15.01.2020

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