Lipödem

Lipödem: Symptome, Ursachen und Therapie

Bei einem Lipödem liegt eine Fettverteilungsstörung an den Armen und/oder Beinen vor. Patientinnen können zudem zusätzlich über Wassereinlagerungen in dem betroffenen Gewebe klagen.

Unter einem Lipödem leiden fast ausschließlich Frauen, weshalb Hormone bei der Erkrankung als Übeltäter vermutet werden.

Die Therapie besteht vor allem aus konservativen Maßnahmen wie Physiotherapie. Zudem gibt es die Möglichkeit operative Verfahren anzuwenden.

Wir verraten Ihnen, woran Sie ein Lipödem erkennen und was Sie selbst tun können, um Ihren Gesundheitszustand zu verbessern.

Was ist ein Lipödem?

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei einem Lipödem um eine Fettverteilungsstörung im Organismus. Experten unterscheiden verschiedene Verteilungsmuster, die sich in der Regel an Armen und Beinen ähneln.

Das krankhaft vermehrte Fettgewebe kann sich an den Beinen folgendermaßen darstellen:

  • Reithosen (Oberschenkel-Typ): Hüfte und Oberschenkel sind hierbei betroffen.
  • Bundhosen (Unterschenkel-Typ): Dabei zeigen auch die Unterschenkel Gewebeveränderungen.
  • Pumphosen (Knöchel-Typ): Auch hier sind die Unterschenkel zusätzlich betroffen. Das veränderte Gewebe erstreckt sich bis hinunter zu den Knöcheln, wo sich ein deutlicher Fettkragen abbilden kann.
Fettverteilungsstörung
Lipödem Verteilungsmuster

GUT ZU WISSEN!

Das Lipödem kann sich verschlimmern, der Verlauf ist allerdings sehr individuell.

Einige Frauen erreichen eine gewisse Ausprägung, die für den Rest ihres Lebens bleibt. Bei anderen Frauen zeigt sich von Anfang an ein Krankheitsverlauf, der zügig voranschreitet.

Nicht selten berichten Frauen darüber, dass sich ihr Lipödem jahrelang konstant zeigte, um sich dann schubweise zu verschlimmern.

Lipödem: Symptome

Im frühen Krankheitsstadium zeigen sich bei den Patientinnen insbesondere Spannungsgefühle und Schmerzen in den Beinen.

Eine Erschöpfung der betroffenen Körperteile zeigt sich vor allem nach längerem Stehen oder Sitzen. Patientinnen berichten darüber, dass die Symptome im Laufe des Tages zunehmen und sich insbesondere bei warmen Temperaturen, einige Tage vor der Regelblutung oder auf Flugreisen äußern.

Instinktiv lagern dann viele Betroffene ihre Beine hoch, was aber nicht zur Linderung der Symptome beiträgt.

Folgende Beschwerden können auf ein Lipödem hinweisen:

  • Volumenzunahme: Betroffene merken insbesondere an den Beinen, seltener an den Armen, eine spontane Volumenzunahme, da das Unterhautfettgewebe verdickt hervortritt. Das Besondere: Füße, Zehen und der Rumpf bleiben von den Veränderungen unangetastet. Dadurch entsteht ein unförmiges Körperbild, was für Patientinnen eine hohe psychische Belastung darstellt.
  • Knotenbildung: Die anfängliche Orangenhaut wird durch harte Knoten im Unterhautfettgewebe ersetzt. Betroffene klagen über eine sehr unebene Haut. Bei einem ausgeprägten Fall von Lipödem können zudem Fettwülste unter der Haut entstehen. Die Knotenbildung kann sowohl an den Beinen als auch an den Armen auftreten.
  • Berührungsempfindlichkeit und Schmerzen: Ein Lipödem führt dazu, dass die betroffenen Areale sich in der Regel sehr berührungsempfindlich zeigen. Ein leichter Druck kann bereits Schmerzen verursachen. Handelt es sich um eine sehr ausgeprägte Krankheitsform, kann durch die Volumenzunahme die Gehfähigkeit eingeschränkt werden. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Oberschenkel aneinander scheuern und sich die Haut infolgedessen wund und empfindlich zeigt.
  • Ausbildung von blauen Flecken: Da sich die Wände der Blutgefäße sehr brüchig darstellen, entstehen bei Patientinnen mit Lipödemen schnell blaue Flecken, die sogenannten Hämatome.

GUT ZU WISSEN!

Bemerken Sie bei sich eine symmetrische Vermehrung des Fettgewebes, welches insbesondere die Beine oder die Arme betrifft oder andere oben aufgeführte Symptome?

Dann sollten Sie Ihren Hausarzt um Rat fragen. Dieser wird Sie gegebenenfalls zu einem Hautarzt, Venenfacharzt (Phlebologe) oder Lymphfacharzt (Lymphologe) weiterleiten.

Lipödem: Ursachen

Bei einem Lipödem vergrößern sich die Fettzellen und vermehren sich gleichzeitig. Zudem kann sich zusätzlich Wasser einlagern und das Beschwerdebild verstärken.

Die Volumenzunahme kann je nach Verteilungsmuster und Ausprägungsgrad unterschiedlich stark ausfallen.

Die zugrunde liegenden Ursachen sind noch nicht gänzlich geklärt. Gesundheitsexperten vermuten jedoch, dass sowohl die genetische Veranlagung als auch die Hormonlage eine Rolle spielen.

Genetische Disposition (Veranlagung)

Bei dem Lipödem fällt auf, dass häufig mehrere Familienmitglieder daran erkranken. Aus diesem Grund vermuten Experten eine genetische Veranlagung. Unter Umständen könnten Gene, die beim Gefäßaufbau mitwirken, dabei eine Rolle spielen.

Gefäßdefekte

Eine weitere These der Gesundheitsexperten besagt, dass womöglich entzündliche Fehlfunktionen der Gefäße, die sich im Unterhautgewebe der Betroffenen befinden, die Entstehung eines Lipödems begünstigen.

Wenn die Gefäße im betroffenen Gebiet „undicht“ sind, könnte dadurch Flüssigkeit ins Gewebe dringen. Das macht die Betroffenen unter anderem auch anfälliger für Hämatome und Schmerzen.

Hormonlage

Fest steht: Die Hormone in Ihrem Körper entscheiden darüber, wie Sie sich fühlen. Viele von ihnen können sogar Krankheiten begünstigen. Mit Blick auf das Lipödem fällt auf, dass fast ausnahmslos Frauen betroffen sind, und zwar niemals vor der Pubertät.

Zudem kann sich die Erkrankung in Verbindung mit den Wechseljahren, einer Schwangerschaft oder der Entfernung von Eierstöcken, Gebärmutter und Eileiter zeigen oder an Ausmaß zunehmen. Kein Wunder also, dass hormonelle „Schieflagen“ als Ursache von Lipödemen angeführt werden.

Als zentrales Hormon wird dabei das Östrogen angesehen, da die körpereigenen Fettzellen mithilfe von speziellen Rezeptoren auf das Hormon reagieren.

In den seltenen Fällen, bei denen Männer ein Lipödem entwickeln, lässt sich ausnahmslos eine Hormonstörung belegen. Auch dieser Umstand spricht dafür, dass Hormone eine zentrale Rolle bei der Krankheitsentstehung einnehmen.

GUT ZU WISSEN!

Machen Sie sich Gedanken, ob Ihre Lebensführung zu der Erkrankung geführt haben könnte?

Dann können wir Sie beruhigen. Derzeit gibt es keine Erkenntnisse, die belegen, dass „Bewegungsmuffel“ oder „Fast-Food-Liebhaber“ eher an einem Lipödem erkranken.

Achtung: Lipödem ist nicht gleich Übergewicht!

Häufig werden Übergewicht und Lipödem in einen Topf geworfen. Außenstehende glauben, dass ein gezügeltes Essverhalten dabei hilft, die Volumenzunahme abzubauen. Folgende Tabelle zeigt, wie ein Lipödem vom Übergewicht abgegrenzt werden kann.

Lipödem

  • deutliche Volumenzunahme an den Beinen und/oder Armen
  • ungleichmäßiges Körperbild. Häufig fällt auf, dass Betroffene ab der Hüfte deutlich an Volumen zunehmen.
  • Wassereinlagerungen im Gewebe
  • Druckschmerzen und Berührungsempfindlichkeit
  • Schnelle Bildung von Blutergüssen

Fettleibigkeit

  • die überschüssigen Fettpolster sind in der Regel auf den ganzen Körper verteilt
  • das Körperbild erscheint maximal leicht ungleichmäßig
  • keine Druckschmerzen
  • keine besondere Neigung zu Blutergüssen
  • Wassereinlagerungen im Gewebe sind auch hier möglich

GUT ZU WISSEN!

Als maßgebliches Unterscheidungsmerkmal kann die Verteilung des Volumens herangezogen werden. Menschen mit einem Lipödem fallen besonders durch ihr ungleichmäßiges Körperbild auf.

Zusammenfassung

Bei einem Lipödem handelt es sich um eine Fettverteilungsstörung, die sich in Form von verschiedenen Typen und Ausprägungen zeigen kann. Das Voranschreiten der Erkrankung ist individuell und kann nicht vorausgesagt werden.

Zu den Symptomen zählen Volumenzunahme, Druckempfindlichkeit, Schmerzen, Spannungsgefühle und Ausbildung von blauen Flecken.

Noch ist nicht klar, wie es zu einem Lipödem kommt. Gesundheitsexperten vermuten, dass Hormone dabei eine Rolle spielen, da fast ausschließlich Frauen von der Erkrankung betroffen sind. Auch eine genetische Veranlagung und Gefäßverletzungen werden diskutiert.

Ein Lipödem wird häufig mit Fettleibigkeit gleichgesetzt. Als maßgebliches Unterscheidungsmerkmal kann bei dem Lipödem das unförmige Körperbild herangezogen werden.

Lipödem: Diagnose

Die Diagnose Lipödem fällt nicht immer leicht. Viele Patientinnen haben eine wahre Arzt-Odyssee hinter sich, bevor sie den Grund für ihre Beschwerden erfahren.

Folgende Diagnosemöglichkeiten stehen Medizinern zur Verfügung:

Anamnese (Patienten-Arzt-Gespräch)

In einem Gespräch kann der Arzt zunächst mehr über die Beschwerden erfahren und wann diese auftreten.

Dadurch erhält der Mediziner bereits erste wichtige Hinweise auf die zugrunde liegende Erkrankung und kann abschätzen, ob unter Umständen auch andere Diagnosen infrage kommen.

Zudem kann er durch die Informationen, die er in einem persönlichen Gespräch erhält, den weiteren Untersuchungsverlauf festlegen.

Körperliche Untersuchung

Zunächst versucht der Arzt, die Diagnose anhand des typischen Aussehens der Beine und Arme zu stellen. Handelt es sich um ein Lipödem sind ein (überwiegend) schlanker Oberkörper und die auffällige Volumenzunahme an den Beinen oder Armen kennzeichnend.

Beim Abtasten stellt sich die Haut in Abhängigkeit des Ausprägungsgrades knotig dar. Empfindet die Patientin Druck auf die betroffenen Bereiche als schmerzhaft, ist das ebenfalls ein Indiz für ein Lipödem.

Hierbei kommt vor allem der paradoxe Kneif-Test zur Anwendung. Der Mediziner kneift jeweils einmal in die Haut der Beininnen- und Außenseite. Menschen mit einem Lipödem geben im Gegensatz zu gesunden Menschen an, dass der Schmerz am äußeren Teil des Beines stärker ist.

Der sogenannte Stemmer-Test kann ebenfalls dazu beitragen, die Diagnose Lipödem zu festigen. Er ist besonders sinnvoll, um ein Lipödem von einem Lymphödem zu unterscheiden. Hierfür wird die Haut an einem bestimmten Zeh angehoben.

Bei Patienten mit einem Lipödem gelingt das, bei Menschen mit einem Lymphödem in der Regel nicht. Wenn ein Lipödem weit fortgeschritten ist und gemeinsam mit einem Lymphödem auftritt, kann der Stemmer-Test ebenfalls positiv ausfallen.

GUT ZU WISSEN!

Normalerweise sind keine technischen Geräte notwendig, um die Erkrankung festzustellen.

Diagnostische Apparate können jedoch eingesetzt werden, um die typischen Anzeichen eines Lipödems zu visualisieren.

Hierfür kommen eine Ultraschalluntersuchung, Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) infrage.

Lipödem: Behandlung

Wenn Sie die Diagnose Lipödem erhalten haben, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Ihr Mediziner wird Ihnen folgende Optionen ans Herz legen.

Physiotherapie

Die sogenannte Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) dient dazu, die Wassereinlagerungen aus Ihrem Gewebe zu entfernen. Dafür werden die betroffenen Areale massiert.

Bei der manuellen Lymphdrainage widmet sich der Physiotherapeut Ihrem Rumpf sowie Ihren Armen und Beinen. Dabei kommen Schöpf-, Pump- und Drehgriffe zum Einsatz, mit denen die Lymphe angeregt werden soll.

Ziel ist es, dass sich die bei Ihnen eingelagerte Lymphflüssigkeit nicht mehr in den Gliedmaßen staut, sondern über das Herz abtransportiert wird.

Besonders wichtig ist danach die Kompressionstherapie. Mit speziellen Strümpfen oder einer Strumpfhose wird versucht, den positiven Effekt lange aufrechtzuerhalten.

GUT ZU WISSEN!

Ein Lipödem ist nicht heilbar. Die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie kann jedoch dazu beitragen, Schmerzen und Spannungsgefühle zu lindern.

Je nach Ausprägungsgrad Ihrer Erkrankung kann auch ein Aufenthalt in einer Lymphologischen Fachklinik sinnvoll sein.

Kompressionstherapie

Die Wassereinlagerungen in Ihrem Körper müssen mit Kompressionsstrümpfen behandelt werden – je eher, desto besser! Da normale Strümpfe aufgrund der Volumenzunahme nicht infrage kommen, sollte eine exakte Vermessung Ihrer Beine stattfinden.

Durch den Druck, den Kompressionsstrümpfe auf Ihre Gliedmaßen ausüben, wird der Blutfluss optimiert und einer Stauung der Lymphflüssigkeit entgegengewirkt.

Im Fachhandel gibt es verschiedene Kompressionsklassen, die in Abhängigkeit der Krankheitsausprägung gewählt werden.

Lassen Sie sich dafür am besten individuell in einem Sanitätshaus beraten.

Lipödem Behandlung

GUT ZU WISSEN!

Das Verwenden von Kompressionsstrümpfen wird häufig als mühsam empfunden, ist aber unbedingt notwendig, um Ihren Gesundheitszustand zu verbessern.

Als besonders belastend empfinden Anwender das Anlegen der Kompressionsstrümpfe. Im Fachhandel gibt es spezielle Anziehhilfen, die das Anlegen erleichtern.

Fettabsaugen

Wenn Sie starke Schmerzen haben, in Ihrer Bewegung sehr eingeschränkt sind oder infolge der Erkrankung ein offenes Bein droht, kann eine Fettabsaugung in Betracht kommen.

Auch wenn die medizinische Notwendigkeit im Mittelpunkt steht, kann auch ausgeprägter psychischer Druck eine Fettabsaugung nötig machen.

Bei der Operation kommt eine vibrierende Mikrokanüle zum Einsatz, die die erkrankten Fettzellen entfernt. Ausgeklügelte Systeme sorgen dafür, dass die umliegenden Gefäße und Nerven nicht verletzt werden.

Nach der Fettabsaugung müssen auch hier manuelle Lymphdrainagen und Kompressionsmaßnahmen folgen, um die Schwellung an Ihren Beinen zu reduzieren.

GUT ZU WISSEN!

Die Fettabsaugung ist kostspielig. Für die Operation müssen Sie ungefähr 3.500-6.000 Euro einplanen. Die Krankenkassen beteiligen sich dabei nur in Ausnahmefällen.

Die Fettabsaugung bei Lipödemen ist kein Bestandteil des Leistungskataloges der Krankenkassen.

Zusammenfassung

Die Diagnose Lipödem fällt nicht immer leicht. Um festzustellen, ob es sich um ein Lipödem handelt, führt der Arzt zunächst ein Anamnesegespräch durch. Dabei erfährt er bereits wichtige Informationen, die auf eine Erkrankung hindeuten können.

Danach wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Hierbei liefern Druck- und Kneif-Tests wichtige Hinweise. Auch wenn bildgebende Verfahren nicht als erforderlich angesehen werden, können Sie dazu beitragen, die Diagnose Lipödem zu sichern.

Die Behandlung setzt auf die Kompressionstherapie, Physiotherapie und das Fettabsaugen. Letztere Maßnahme wird vor allem für Patientinnen empfohlen, bei denen die Erkrankung sehr ausgeprägt ist.

Auch eine starke psychische Belastung kann eine Fettabsaugung notwendig machen. Die Krankenkassen beteiligen sich in der Regel nicht an den Kosten.

Lipödem: Das können Sie selbst tun

Sie möchten aktiv werden, um Ihren Gesundheitszustand zu verbessern? Das können Sie mit folgenden Maßnahmen tun.

Körperliche Aktivitäten

Zwar wird es Ihnen nicht gelingen, mit Sport die Anzahl der Fettzellen zu reduzieren, dafür kann körperliche Aktivität aber dafür sorgen, dass Sie fit und beweglich bleiben.

Besonders empfehlenswert ist Sport für Sie, wenn Sie zusätzlich zu dem Lipödem auch unter Übergewicht leiden.

GUT ZU WISSEN!

Wählen Sie eine Sportart, die auf einen weichen Bewegungsablauf setzt. Dazu zählen Radfahren, schnelle Spaziergänge, Schwimmen und Wassergymnastik.

Gesunde Ernährung

Eine unkontrollierte Zunahme an Körpergewicht führt nicht zu einem Lipödem. Demnach hilft eine strenge Diät auch nicht dabei, die Anzahl der Fettzellen zu reduzieren. Setzen Sie sich deshalb nicht unter Druck.

Essen Sie gesund und ausgewogen, um Ihren Körper mit Nährstoffen zu versorgen. Wenn Sie zusätzlich unter Adipositas leiden, können Sie mit einer abwechslungsreichen Ernährung die überflüssigen Pfunde purzeln lassen.

Dabei kann Ihnen ein Ernährungsberater helfen.

GUT ZU WISSEN!

Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass einige Patienten mit der Diagnose Lipödem an einer Essstörung leiden. Auch wenn sich eine gute Ernährung stets gesundheitsfördernd auswirkt, ist eine falsche Ernährungsweise nicht der Grund für Ihre Erkrankung.

Angepasste Hautpflege

Mit einer gezielten Hautpflege tragen Sie entscheidend dazu bei, dass sich keine Entzündungen oder Infektionen in den betroffenen Hautgebieten entwickeln.

Insbesondere wenn Sie unter trockener Haut leiden, sollten Sie ausreichend cremen, damit keine Risse entstehen. Durch die winzigen Pforten können Keime in die Haut eindringen und Infektionen auslösen.

Lipödem-Patienten tragen ein besonderes „Päckchen“

Menschen mit Lipödem werden häufig belächelt und gesellschaftlich ausgegrenzt. Sprüche wie: „Wie wär‘s mal mit Abnehmen?“ sind keine Seltenheit. Dadurch, dass die Erkrankung recht unbekannt ist, haben Patientinnen mit vielen Vorurteilen zu kämpfen.

Bei einem Lipödem ist es nicht möglich, wie so oft vermutet, mit genügend Sport und einem Kaloriendefizit die lästigen Fettzellen zu vertreiben.

Dadurch, dass sich das Körperbild und die Selbstwahrnehmung aufgrund der Erkrankung ändern, ist eine psychische Unterstützung ein wichtiger Bestandteil der ganzheitlichen Lipödem-Therapie.

Nicht selten kämpfen Betroffene mit Ängsten, Depressionen oder Essstörungen. In diesem Fall sollten Sie therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Auch Selbsthilfegruppen können Ihnen bei der Bewältigung helfen.

GUT ZU WISSEN!

Sich mit anderen austauschen zu können und auf Verständnis zu treffen, tut vielen Patientinnen gut. Wenn Sie sich für eine Selbsthilfegruppe interessieren, gibt es eine Vielzahl von Adressen, an die Sie sich wenden können. 

Zusammenfassung

Wie bei jeder Erkrankung, kann auch bei dem Lipödem von Patientenseite dazu beigetragen werden, dass sich der Gesundheitszustand stabilisiert. Eine gesunde Ernährung und körperliche Aktivitäten sind besonders wichtig, wenn zu der Erkrankung auch ein Übergewicht besteht.

Eine strenge Diät oder Sport können nicht dabei helfen, die unerwünschten Fettzellen des Lipödems zu beseitigen. Daher wird Patientinnen empfohlen, sich selbst nicht unter Druck zu setzen. Eine ausgewogene Ernährung und Bewegung tragen jedoch dazu bei, dass sich das Wohlbefinden bessert.

Eine ganzheitliche Therapie des Lipödems widmet sich auch den psychischen Beschwerden, unter denen viele Patienten leiden. Selbstzweifel, Depressionen und Ängste können mithilfe von Therapeuten gelindert werden.

Auch den Austausch im Rahmen einer Selbsthilfegruppe empfinden viele Betroffene als wertvoll.

Fazit

Noch immer fristet das Lipödem ein verkanntes Dasein. Patientinnen leiden darunter, dass einige Ärzte und vor allem die Gesellschaft die Fettverteilungsstörung nicht richtig einordnen können.

Zu den Symptomen gehören Volumenzunahme, Schmerzen, Druckempfindlichkeit, Spannungsgefühl und die Ausbildung von blauen Flecken. Häufig beschreiben die Patientinnen ein Gefühl von müden Beinen – das Hochlegen der Beine bringt dabei keine Besserung.

Die Diagnose Lipödem erfolgt in erster Linie durch die Anamnese und die körperliche Untersuchung. Dabei stehen verschiedene Druck- und Kneif-Tests im Mittelpunkt. Bildgebende Maßnahmen können dazu beitragen, die Diagnose zu sichern.

Für Betroffene ist es besonders wichtig, die Symptome möglich schnell zuzuordnen und eine rechtzeitige Behandlung einzuleiten.

Mit verschiedenen Behandlungsoptionen wie Physiotherapie, Kompressionstherapie und dem Fettabsaugen können die Beschwerden gelindert werden.

Auch wenn das Lipödem nicht heilbar ist, können Sie mit einem aktiven und gesunden Lebensstil entscheidend dazu beitragen, dass Sie sich trotz Ihrer Erkrankung gut fühlen.

Zwar können Sport und eine gesunde Ernährung nicht dabei helfen, die Fettzellen abzubauen, die Maßnahmen sorgen allerdings dafür, dass Sie fitter werden.

Eine gesonderte Diätmaßnahme ist nicht erforderlich. Es kann jedoch sinnvoll sein, gemeinsam mit einer Ernährungsberaterin einen Plan zu entwickeln, um eine womöglich bestehende Fettleibigkeit zu reduzieren.

Leiden Sie psychisch unter den Folgen Ihrer Erkrankung? Dann ist es empfehlenswert, sich therapeutische Hilfe zu holen oder auf den Austausch in Selbsthilfegruppen zu setzen.

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1 Kommentar zu „Lipödem: Symptome, Ursachen und Therapie“

  1. Ich dachte lange Zeit ich hätte ein Lipödem, das sich bei mir von den Unterschenkeln bis zu den Knöcheln, also als “Pumphosen” erstreckt. Mir wurde dann allerdings bei der Physiotherapie erklärt, dass ich lediglich ein sogenanntes Venenleiden, also Wasser in den Beinen habe.

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