Vorsorgeuntersuchung

Vorsorgeuntersuchungen: Welche Gesundheitschecks wirklich sein müssen

Über den Sinn und Unsinn verschiedener Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen wird häufig diskutiert. Es gibt jedoch einige, zu denen die Spiegelung des Dickdarms und der Gebärmutterhalsabstrich gehören, die Sie unbedingt wahrnehmen sollten.

Vorsorgeuntersuchungen und ein Gesundheitscheck ab 35 bieten die Möglichkeit, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu handeln. Viele Vorsorgeuntersuchungen werden von der Krankenkasse übernommen, einige fallen jedoch unter die sogenannten Individuellen Gesundheitsleistungen (IGel).

Wir verraten, welche kostenlosen Vorsorgeangebote Sie nicht ausschlagen sollten und welche kostenpflichtigen Untersuchungen sich lohnen.

Vorsorgeuntersuchungen: Was ist das eigentlich?

Vorsorgeuntersuchungen helfen dabei, Krankheiten früh zu erkennen. Das ist besonders wichtig, da bei vielen Erkrankungen die Symptome zunächst ausbleiben oder nicht wahrgenommen werden.

Bestimmte Vorsorgemaßnahmen gehören zu den Regelleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Versicherte müssen demnach nicht für die ärztliche Leistung zahlen. Trotzdem werden Vorsorgeuntersuchungen eher selten in Anspruch genommen.

Das liegt vor allem daran, dass viele Menschen nicht wissen, welche Vorsorgeuntersuchungen es gibt, wie sie durchgeführt werden und ob die Krankenkasse dafür aufkommt.

Warum lohnen sich Vorsorgeuntersuchungen?

Vorsorgeuntersuchungen können Leben retten. Eine ganze Reihe an Erkrankungen kann durch die Inanspruchnahme frühzeitig erkannt werden. Ein schleichender Krankheitsfortschritt wird von vielen Betroffenen nicht bemerkt. So zum Beispiel bei Diabetes, Bluthochdruck oder der koronaren Herzerkrankung.

Zu Beginn der Erkrankung werden Sie kaum Beschwerden wahrnehmen. Wird die Krankheit weiter ignoriert und keine Behandlung eingeleitet, kann der Verlauf die Gesundheit nachhaltig beeinträchtigen.

Check-ups und Vorsorgeuntersuchungen haben zudem das Ziel, Sie Ihrem Körper näher zu bringen. Mit mehr Informationen über den eigenen Organismus können Sie schneller bemerken, wenn etwas nicht stimmt.

Aber es gibt noch einen weiteren Vorteil, denn durch intensive Gespräche zwischen Ihnen und Ihrem Arzt können wertvolle Informationen weitergeben werden. Dadurch erhält Ihr Mediziner einen Einblick in Ihren Alltag und Ihre Lebensgewohnheiten.

Mit der Beantwortung folgenden Fragen können Sie sich auf anstehende Vorsorgeuntersuchungen vorbereiten:

  1. Welche Medikamente nehmen Sie ein?
  2. Wie ernähren Sie sich?
  3. Wie oft bewegen Sie sich im Alltag?
  4. Haben Sie Allergien oder Unverträglichkeiten?
  5. Gibt es familiäre Risikofaktoren, die sich durch Ihre Familiengeschichte oder Vorerkrankungen ergeben?

GUT ZU WISSEN!

Mit regelmäßigen Vorsorgemaßnahmen kann die Lebenserwartung erhöht werden, das zeigen Untersuchungen. Seitdem Versicherte Zugriff auf Vorsorgeuntersuchungen haben, hat sich die Lebenserwartung um sieben bis acht Jahre erhöht.

Welche Vorsorgeuntersuchungen besonders wichtig sind

Zugegeben, die Auswahl an Vorsorgemaßnahmen ist groß. Nicht immer ist klar, welchen Nutzen Patienten davon haben. Außerdem stellt sich die Frage, wer für die Kosten aufkommt. Wir haben die wichtigsten Informationen zu den empfehlenswerten Vorsorgeuntersuchungen für Sie zusammengestellt.

Dickdarmspiegelung (Koloskopie)

  • Der richtige Zeitpunkt: ab 55 Jahren
  • Kostenübernahme: durch die Krankenkasse (zwei Darmspiegelungen im Abstand von 10 Jahren)
  • Vorgehen: Ein Mediziner, der sich auf den Magen-Darm-Trakt spezialisiert hat (Gastroenterologe), schiebt einen flexiblen Schlauch durch den Enddarm bis zum Blinddarm vor. Mithilfe einer kleinen Kamera, die an dem Schlauch befestigt ist, kann die Darmschleimhaut begutachtet werden. Zeigen sich Polypen (gutartige Krebsvorstufen) können diese mit einer Zange entfernt werden. Das ist wichtig, da 90 % aller bösartigen Veränderungen im Dickdarm aus Polypen entstehen. Dank eines Medikamentes, verschlafen Sie die ganze Prozedur.
  • Einschätzung: Eine US-Langzeitstudie hat gezeigt, dass sich die Untersuchung lohnt, da dadurch die Darmkrebssterblichkeit um 53 % gesenkt werden konnte.
  • Alternativen: Wenn Sie das 50. Lebensjahr erreicht haben, können Sie alle ein bis zwei Jahre untersuchen lassen, ob in Ihrem Stuhl Blut enthalten ist. Bei einem positiven Befund wird Ihr Mediziner eine Darmspiegelung anraten, um die Ursache aufzudecken. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, eine virtuelle Darmspiegelung mittels CT durchzuführen. Allerdings gilt diese Methode als deutlich unzuverlässiger und muss privat bezahlt werden.

Gebärmutterhalsabstrich

  • Der richtige Zeitpunkt: für Frauen ab dem 20. Lebensjahr
  • Kostenübernahme: durch die Krankenkasse, einmal jährlich
  • Vorgehen: Mithilfe eines Spatels oder einer kleinen Bürste wird ein Abstrich vom Muttermund und Gebärmutterhalskanal genommen. Die Schleimhautzellen werden anschließend von dem Gynäkologen unter einem Mikroskop begutachtet. Dabei können auffällige Zellveränderungen festgestellt werden. Unter Umständen kann dann ein Test auf HPV-Viren erfolgen. Bei einem auffälligen Befund wird nach einigen Monaten nachkontrolliert.
  • Einschätzung: Der sogenannte Pap-Abstrich hat eine Treffsicherheit von bis zu 90 % und ist daher für jede Frau uneingeschränkt empfehlenswert. Langzeitergebnisse zeigen: Nachdem das Screening eingeführt wurde, ist die Gebärmutterhalskrebsrate in Deutschland deutlich gesunken.

Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust (Mammographie)

Vorsorgeuntersuchung Frau
  • Der richtige Zeitpunkt: ab dem 50. Lebensjahr
  • Kostenübernahme: durch die Krankenkasse
  • Vorgehen: Frauen werden ab dem 50. Lebensjahr per Brief kontaktiert und an die Vorsorgeuntersuchung erinnert. Während der Mammografie werden die Brüste von oben und seitlich mithilfe von Plexiglasplatten fixiert. Dann treffen Röntgenstrahlen auf die Brust und helfen dabei, selbst kleinste Brustkrebsherde zu erkennen.
  • Einschätzung: Wie aussagekräftig eine Mammografie ist, hängt unter anderem von der Zusammensetzung des Brustgewebes ab. In vielen Fällen hilft die Vorsorgeuntersuchung dabei, Krebserkrankungen früh zu erkennen. Allerdings können bei dichtem Brustgewebe Knoten unerkannt bleiben.
  • Alternative 1: Wenn Sie über ein drüsenreiches Brustgewebe verfügen, kann ein hochauflösender Brustultraschall für Sie sinnvoll sein. Allerdings müssen Sie diese Vorsorgeuntersuchung selbst bezahlen. Die Kosten liegen zwischen 35 und 75 Euro. Ihre Krankenkasse beteiligt sich nur dann, wenn bei Ihnen ein auffälliger Befund oder ein familiäres Risiko vorliegt. Vorstufen von Brustkrebs können mit dem Verfahren aber nicht sicher nachgewiesen werden.
  • Alternative 2: Eine weitere Alternative ist die Untersuchung mittels Magnetresonanztomographie (MRT). Das Besondere: Hier wird eine hohe Trefferquote erreicht. Dafür müssen Sie allerdings tief in die Tasche greifen, denn eine solche Untersuchung kostet etwa 500 Euro. Ihr Versicherer spendiert Ihnen die Untersuchung nur dann, wenn Sie ein hohes Brustkrebsrisiko besitzen.

Hautkrebsscreening

  • Der richtige Zeitpunkt: ab dem 35. Lebensjahr
  • Kostenübernahme: durch die Krankenkasse, alle 2 Jahre
  • Vorgehen: Wenn Sie das 35. Lebensjahr überschritten haben, können Sie sich alle 2 Jahre bei Ihrem Hausarzt oder Dermatologen vorstellen, um einen Hautkrebs-Check durchzuführen. Dabei betrachtet der Mediziner mit einer hellen Lampe oder einer speziellen Lupe Ihren gesamten Körper auf der Suche nach auffälligen Muttermalen. Auch Ihre Kopfhaut, Ihr Gesäß und Ihre Geschlechtsteile werden dabei nicht ausgespart. Bei auffälligen Hautveränderungen wird eine Gewebeprobe entnommen und im Anschluss durch ein Labor beurteilt.
  • Einschätzung: Ein gut geschulter Mediziner erkennt in der Mehrheit der Fälle, ob es sich um ein Melanom handelt.
  • Alternative 1: Viele Dermatologen bieten die Untersuchung mithilfe eines Auflichtmikroskopes an. Nicht alle gesetzlichen Kassen beteiligen sich an den Kosten, die zwischen 15 und 25 Euro liegen.
  • Alternative 2: Eine interessante Alternative ist die sogenannte elektrische Impedanzspektroskopie. Die elektrische Leitfähigkeit der Haut hilft dabei, bösartige von gesunden Zellen zu unterscheiden. In Studien überzeugt die Trefferquote beim schwarzen Hautkrebs mit 97 %. Allerdings müssen Sie für die Untersuchung selbst aufkommen. Die Kosten betragen etwa 120 Euro.

Zusammenfassung

 

Vorsorgeuntersuchungen sind sinnvoll, denn sie können dabei helfen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und so die Lebenserwartung zu erhöhen. Durch Vorsorgemaßnahmen erhalten Sie nicht nur Laborwerte, sondern auch Ratschläge für eine gesunde Lebensführung. Darüber hinaus sind Vorsorgeuntersuchungen hilfreich, um den eigenen Körper besser zu verstehen.

Zu den unbedingt empfehlenswerten Vorsorgeuntersuchungen zählen die Dickdarmspiegelung, der Gebärmutterhalsabstrich und die Mammografie.

Check-up Untersuchungen lohnen sich

Ein Gesundheitscheck ab dem 35. Lebensjahr ist durchaus sinnvoll. Dabei widmet sich Ihr Allgemeinmediziner im Abstand von zwei Jahren Ihrer körperlichen Gesundheit. Die Vorsorgeuntersuchungen sind hilfreich, um Herz-, Kreislauf- und Nierenerkrankungen sowie Diabetes zu erkennen.

In einem Gespräch erfährt Ihr Mediziner zunächst etwas über Ihre bestehenden Erkrankungen, Ihre Familiensituation und Ihre individuellen Risiken. Im Anschluss daran begutachtet er Ihren gesamten Körper, misst den Blutdruck und die Pulsfrequenz.

Auch eine Untersuchung des Urins und eine Blutprobe, mit der das Gesamtcholesterin und der Nüchternblutzucker gemessen werden, gehören zum „Check-up 35“.

Wenn Sie sich einen Überblick über Ihren Gesundheitszustand wünschen, sollten Sie den kostenlosen Check-up, den Ihre Krankenkasse alle 2 Jahre übernimmt, nicht verpassen. Zudem können Bluthochdruck und Stoffwechselprobleme durch die Vorsorgeuntersuchung früh erkannt werden.

Ist ein Befund auffällig? Dann kann der Arzt Ihnen weitere Untersuchungsmöglichkeiten anbieten, die mit Blick auf die Testergebnisse sinnvoll erscheinen.

Was bringt die Tastuntersuchung auf Prostatakrebs?

Ab einem Alter von 45 Jahren übernehmen die gesetzlichen Versicherungen eine jährliche Tastuntersuchung auf Prostatakrebs. Dabei untersucht der Arzt die Genitalien und die entsprechenden Lymphknoten in der Leiste. Zudem beurteilt er die Prostata, indem er sie vom Enddarm aus ertastet.

Viele Männer empfinden die Prozedur als unangenehm. Gleichzeitig gestaltet sich die Früherkennung bei Prostatakrebs recht schwierig. Da die Untersuchung aber mit relativ wenig Aufwand verbunden ist, sollten Versicherte sie nicht versäumen.

Als Alternative kann der PSA-Test durchgeführt werden. Dabei werden die Biomarker für Prostatakrebs bestimmt.

GUT ZU WISSEN!

Wenn Sie Fragen zur Krebsvorsorge haben, ist der Informationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg die richtige Adresse.

Krebsvorsorge beim Mann: PSA-Test

Zur Erweiterung oder Ergänzung der Tastuntersuchung auf Prostatakrebs können Männer ihren PSA-Wert bestimmen lassen. Dafür reicht eine einfache Blutentnahme beim Urologen aus. Die Kosten sind mit rund 25 Euro überschaubar, werden aber nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Die Idee dahinter ist, dass Krebszellen deutlich mehr PSA bilden, als gesunde Zellen. Mediziner können den Wert also heranziehen, um Hinweise auf ein Prostatakrebsleiden zu finden. Allerdings hat das Ganze einen Haken, denn es gibt auch andere Faktoren, die den PSA-Spiegel ansteigen lassen.

Dazu zählen Entzündungen oder gutartige Vergrößerungen der Vorsteherdrüse. Auch alltägliche Dinge wie Radfahren und Geschlechtsverkehr können zu auffälligen Werten führen.

Daher ist diese Untersuchung keine zuverlässige Methode, um Prostatakrebs frühzeitig zu erkennen. Allerdings wird die Bestimmung des PSA-Wertes gerne für Männer mit einem erhöhten Prostatakrebsrisiko genutzt oder um den Therapieerfolg einschätzen zu können.

Knochendichtebestimmung: das Geld können Sie sich (häufig) sparen

Mit den Wechseljahren stellen Ihre Eierstöcke die Produktion ein. Das hat zur Folge, dass Ihr Östrogenspiegel rapide sinkt. Dadurch können auch Ihre Knochen in Mitleidenschaft gezogen werden – sie zeigen sich „dünner“.

Von brüchigen Knochen sind vor allem Frauen betroffen. Bei Männern führen in der Regel Grunderkrankungen zu Osteoporose.

Orthopäden bieten an, mithilfe eines Knochendichte-Checks einem etwaigen Mineralmangel im Skelett auf die Schliche zu kommen. Das Ziel ist, Knochenbrüche zu verhindern.

Standardmäßig wenden Mediziner dafür das sogenannte Zwei-Spektren- Röntgenabsorptiometrie (DXA) an, womit der Kalksalzgehalt an bestimmten Stellen im Körper gemessen wird. Die Messung dauert etwa 15 Minuten und wird als präzise beschrieben.

Die 50 Euro können Sie sich aber in der Regel sparen, es sei denn Sie besitzen ein erhöhtes Risiko für Osteoporose. Davon kann ausgegangen werden, wenn Sie starker Raucher sind, sich kaum bewegen, familiär vorbelastet sind oder lange Zeit auf Cortison angewiesen waren.

Übrigens: Wenn Morbus Crohn oder verdächtige Knochenbrüche bei Ihnen diagnostiziert wurden, kann Ihre Krankenkasse einspringen und die Untersuchungskosten übernehmen.

Als Alternative kommt die quantitative Computertomografie (QCT) infrage. Damit können selbst kleine Auffälligkeiten erkannt werden. Hier kommt es jedoch zu einer höheren Strahlenbelastung, daher muss die Untersuchung gut abgewägt werden.

GUT ZU WISSEN!

Es gibt einige Vorsorgeuntersuchungen, die nicht die erhoffte Trefferquote bringen oder nur bei ausgewählten Grunderkrankungen als sinnvoll gelten.

Trotzdem kann nicht pauschal von Vorsorgeuntersuchungen abgeraten werden, da jeder Arzt ganz individuell entscheidet, ob diese bei dem jeweiligen Patienten Sinn machen. Lassen Sie sich daher eingehend beraten und holen Sie sich im Zweifel eine Zweitmeinung ein.

Zusammenfassung

 

Während einige Vorsorgeuntersuchungen Pflichtprogramm sind, gibt es einige, die Sie auslassen können. Dabei ist es jedoch eine individuelle Beratung sehr wichtig. Da in Einzelfällen selbst als „überflüssig“ geltende Vorsorgeuntersuchungen durchaus Sinn machen können.

Ein Beispiel ist die Knochendichtemessung für Menschen, die an Morbus Crohn leiden. Auch die Bestimmung des PSA-Wertes ist für Menschen mit Prostatakrebs empfehlenswert, während sie zur zweifelsfreien Bestimmung nicht automatisch herangezogen werden kann.

General gilt: Regelmäßige Check-ups lohnen sich. Schließlich sind sie mit wenig Aufwand verbunden und geben wichtige Hinweise auf mögliche Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen. Auch Diabeteserkrankungen können damit frühzeitig erkannt werden.

Früherkennungsuntersuchungen und Vorsorgeuntersuchungen für Frauen

Vorsorgeuntersuchung Frauen Übersicht

Früherkennungsuntersuchungen und Vorsorgeuntersuchungen für Männer

Vorsorgeuntersuchung Männer Übersicht

Besonders wichtig: Vorsorgeuntersuchungen ab 50

Wenn Sie das 50. Lebensjahr überschritten haben, werden Vorsorgeuntersuchungen immer wichtiger. Das liegt daran, dass mit zunehmendem Lebensalter auch das Risiko für Krankheiten wie Krebs ansteigen. Beobachtungen zufolge haben Menschen im Alter von 69 Jahren das höchste Krebsrisiko.

Denken Sie daran: Nicht alle Erkrankungen machen sich durch spezifische Beschwerden bemerkbar. Viele von ihnen schleichen unbemerkt im Körper umher, bis sie letztendlich entdeckt werden. Dadurch wird wichtige Behandlungszeit versäumt.

Nehmen Sie deshalb unbedingt die empfehlenswerten Vorsorgeuntersuchungen, die in den meisten Fällen von Ihrer Krankenkasse übernommen werden, in Anspruch.

Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL)

Im Zusammenhang mit Vorsorgeuntersuchungen bzw. Früherkennungsuntersuchungen wird häufig auf sogenannte individuelle Gesundheitsleistungen (IGel) hingewiesen. Vielleicht wurden auch Ihnen bereits von Ihrem Arzt zusätzliche Untersuchungen angeboten.

Die individuellen Gesundheitsleistungen haben eines gemeinsam: Sie müssen sie selbst aus eigener Tasche bezahlen, da sie nicht im gesetzlichen Leistungskatalog enthalten sind.

Der Nutzen solcher Vorsorgeprogramme ist häufig umstritten. Wenn Sie sich dafür interessieren, wie die Gesundheitsleistungen aus wissenschaftlicher Sicht beurteilt werden, können Sie einen Blick auf den igel-monitor werfen.

Ansonsten gilt: Sprechen Sie mit Ihrer Krankenkasse. Viele Versicherer bieten eine medizinische Hotline an, die Ihnen die Vor- und Nachteile der Gesundheitsdienstleistungen erläutern kann.

Die wichtigsten Untersuchungen, deren Sinnhaftigkeit sich auch mit Studien belegen lassen, werden von der Krankenkasse bezahlt. In Einzelfällen übernehmen Krankenkassen auch Untersuchungen, die sonst nicht zu den Regelleistungen gehören. Daher ist der Austausch mit dem Versicherer unbedingt empfehlenswert.

GUT ZU WISSEN!

Klären Sie vorab, ob Ihre Krankenkasse für die Kosten einer Untersuchung aufkommt. Wenn Sie zunächst privat in Vorkasse gehen und Ihren Versicherer erst nachträglich kontaktieren, kann das dazu führen, dass Sie auf den Kosten sitzen bleiben.

Wo beteiligt sich die Krankenkasse nicht?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen eine ganze Reihe von Vorsorgeuntersuchungen, um die Gesundheit ihrer Versicherten sicherzustellen. Alle Maßnahmen sind aber nicht im Leistungskatalog enthalten.

HPV-Test

Humane Papillomaviren können Gebärmutterhalskrebs auslösen. Mit einem Test kann festgestellt werden, ob die Viren in Ihrem Körper vorhanden sind. Die Kosten belaufen sich auf ca. 80 Euro, die Frauen ab dem 17. Lebensjahr selbst übernehmen müssen.

Augeninnendruck-Test

Augenärzte empfehlen, ab dem 40. Lebensjahr jährlich den Augeninnendruck bestimmen zu lassen, um grünen Star (Glaukom) zu verhindern. Dieser entsteht, wenn die Fasern des Sehnervs unter einem zu hohen Druck im Auge leiden.

Vorsorgeuntersuchung Männer

Private Krankenversicherungen übernehmen in der Regel die Kosten, gesetzliche hingegen nicht. Mit ca. 20 Euro halten sich die Kosten für die Untersuchung aber im Rahmen. Allerdings werden mit der alleinigen Untersuchung des Augeninnendruckes auch nur die Hälfte aller Glaukome erkannt.

Deshalb sollte auch der Sehnervkopf überprüft werden, was zusätzlich mit 20-40 Euro zu Buche schlägt.

Tumormarker-Test

Vor allem Menschen zwischen dem 60. und 65. Lebensjahr sind von Eierstockkrebs, Dickdarmkrebs und Leberkrebs betroffen. Die bösartigen Tumore bilden dabei Eiweiße, die auch Tumormarker genannt werden.

Diese spiegeln sich im Blut wider. Mithilfe einer Blutuntersuchung können die Tumormarker bestimmt werden. Die Kosten belaufen sich dabei auf ca. 60 Euro.

Hörtest

Mit zunehmendem Lebensalter kann Ihr Gehör schlechter werden. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie nicht mehr so gut hören können, ist ein Hörtest bei einem Hals-Nasen-Ohrenarzt (HNO) sinnvoll. Dieser wird ebenfalls nicht von der Krankenkasse übernommen und kostet ungefähr 40 Euro.

Vergessen Sie nicht Ihre Schutzimpfungen

Während bei Kindern penibel darauf geachtet wird, dass der Impfschutz keine Lücken aufweist, schludern wir Erwachsenen nicht selten, wenn es um die Schutzimpfungen geht.

Dabei ist ein lückenloser Schutz auch eine Form von Vorsorge, denn die Injektionen verhindern Infektionen. Alle 10 Jahre sollten Sie sich beispielsweise gegen Tetanus und Diphtherie impfen lassen.

Wenn Sie das 60. Lebensjahr erreicht haben, erhalten Sie einmalig eine Impfung gegen Pneumokokken und darüber hinaus eine jährliche Grippeimpfung.

GUT ZU WISSEN!

Die ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut ist für die Empfehlung von Schutzimpfungen zuständig. Danach richten sich auch die Satzungen der Krankenkasse.

Darüber hinaus kann Ihr Versicherer noch freiwillige Leistungen anbieten – in jedem Fall lohnt sich eine Nachfrage.

Bonusprogramme von Krankenkassen

Viele Krankenkassen versuchen, ihren Versicherten Vorsorgeuntersuchungen schmackhaft zu machen, indem sie Bonusprogramme anbieten. Wer regelmäßig zu den Vorsorgemaßnahmen geht, kann entweder von einem finanziellen Zuschuss profitieren oder sich etwas aus einem Prämienkatalog aussuchen.

Um an einem Bonusprogramm teilzunehmen, müssen Sie sich dafür anmelden und die wahrgenommenen Untersuchungen vom Arzt bestätigen lassen.

Bonusheft beim Zahnarzt

Vorsorgeuntersuchung Zahnarzt

Besitzen Sie ein Bonusheft, in dem Ihre zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen eingetragen werden? Sehr gut, denn damit können Sie, wenn ein Zahnersatz fällig wird, sparen. Schließlich belohnt Ihre Krankenkasse Ihre regelmäßigen Kontrollbesuche mit finanziellen Zuschüssen.

Während die Krankenkassen im Normalfall beim Zahnersatz nur die Hälfte der Kosten übernehmen, springt Ihr Versicherer mit 65 % ein, wenn Sie 10 Jahre lang regelmäßig zum Zahnarzt gegangen sind.

Auch hierbei liegt die Beweispflicht in Ihrer Hand. Lassen Sie sich Ihre Besuche jedes Mal bescheinigen.

Fazit

 

Es gibt eine Vielzahl an Vorsorgeuntersuchungen. Dabei fällt es nicht immer leicht, sinnvolle Leistungen von überflüssigen Maßnahmen zu unterscheiden. Empfehlenswerte Vorsorgeuntersuchungen sind im Regelkatalog der Krankenkassen aufgenommen.

Als besonders sinnvoll bezeichnen viele Mediziner die Dickdarmspiegelung, den Gebärmutterhalsabstrich, das Hautkrebsscreening und die Mammografie. Zurückhaltender sind Mediziner, wenn es um die Bestimmung von PSA-Werten und die Knochendichtemessung geht.

Die Inanspruchnahme des Check-ups ab 35 lohnt sich in jedem Fall. Dabei können mit wenig Aufwand viele wichtige Erkenntnisse über die Gesundheit erlangt werden.

Individuelle Gesundheitsleistungen, die sogenannten IGel werden nicht von der Krankenkasse bezahlt. Darunter fällt beispielsweise der Hörtest, die Überprüfung auf HPV-Viren und die Bestimmung des Augeninnendrucks.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob eine Untersuchung in Ihrem Fall sinnvoll ist, können Sie die medizinische Hotline Ihrer Krankenkasse um Rat fragen. Generell lohnt es sich immer, Kontakt mit der Krankenkasse aufzunehmen, wenn es um Vorsorgeleistungen geht, die nicht im Regelkatalog enthalten sind.

Häufig machen Versicherer Ausnahmen, wenn ein erhöhtes Risiko, eine familiäre Belastung oder Vorerkrankungen bestehen.

Zur Vorsorge gehören aber nicht nur Untersuchungen, sondern auch ein lückenloser Impfschutz. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Impfausweis aktuell ist und Sie versäumte Injektionen nachholen.

Ihnen fehlt die Motivation an Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen oder lassen Sie keine Gelegenheit aus, um Ihre Gesundheit nachzuverfolgen? In beiden Fällen kann sich ein Bonusprogramm auszahlen.

Es wird von vielen Krankenversicherungen angeboten und lockt mit attraktiven Prämien sowie finanziellen Zuschüssen. Besonders lohnenswert ist das Bonusheft für den Zahnarzt. Wenn ein Zahnersatz bei Ihnen notwendig wird, beteiligt sich Ihr Versicherer mit bis zu 65 %, sofern Sie über lange Zeit alle Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt durchgeführt haben.

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2 Kommentare zu „Vorsorgeuntersuchungen: Welche Gesundheitschecks wirklich sein müssen“

  1. Meine Mutter ist schon über 50, aber hat sich noch nicht über Voruntersuchungen interessiert, weil sie keine bestimmte Symptome hat. Wie Sie erwähnen, sind nicht alle Erkrankungen durch spezifische Beschwerden bemerkbar. Ich werde ihr diesen Artikel weiterleiten, und womöglich sich zum Arzt begleiten. Vielen Dank für die Info!

  2. Interessant, dass man die Tastuntersuchung beim Urologen mit einem PSA-Test erweitern kann. Für 25 € finde ich es sehr machbar! Seit einiger Zeit informiere ich mich zum Thema Vorsorge. Ich werde alt und Gesundheit ist mir wichtig. Danke für den Beitrag, sehr informativ!

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